In Wehrstedt hat es ein Unbekannter auf Katzen abgesehen. Er legt Metallschlingen aus. Auf die Tiere, die in diese Fallen tappen, wartet ein grausamer Tod.

Halberstadt l Katzenhasser treiben im Ortsteil Wehrstedt derzeit ihr Unwesen, schlägt Gabriele Schmell Alarm. Opfer dieses Treibens ist ihre Katze "Mietzi" geworden. Sie ist in eine ausgelegte Metallschlinge gelaufen, die ihr fast zum Verhängnis geworden wäre. Geschockt ist Gabriele Schmell über die Kaltblütigkeit, die diese Menschen an den Tag legen. "Wer so etwas macht, ist grausam."

Doch was ist an diesem Tag geschehen? Die siebenjährige "Mietzi" ist eine sogenannte Freigängerin, die in Wehrstedt täglich durch ihr Revier streift, Futter, Streicheleinheiten und ihr Zuhause findet sie bei Familie Schmell. Von einem ihrer Streifzüge kam die Samtpfote vor einigen Tagen abends pudelnass zurück, berichtet Gabriele Schmell. "Völlig untypisch für Katzen, die baden doch nicht." Die Katze sei total verängstigt gewesen und habe sich in ihrer Hütte auf dem Grundstück der Familie zurückgezogen. Gabriele Schmell: "Fast zwei Tage hat sie sich nicht sehen lassen. Dann haben wir gesehen, warum sie so verängstigt ist."

"Das wäre für unsere Katze der sichere Tod gewesen."

Gabriele Schmell

Um den Brustkorb der Katze hatte sich eine Schlinge zusammengezogen. Irgendwo in ihrem Revier muss jemand die Metallkonstruktion ausgelegt haben und "Mietzi" verfing sich. Ein Zufall muss geholfen haben, dass sich die Metallschlaufe von der Stelle löste, an der sie befestigt war. "Das wäre für unsere Katze der sichere Tod gewesen", vermutet Gabriele Schmell. So ist "Mietzi" noch einmal mit dem Schrecken davon gekommen. Die Schlinge hat im Fell einen tiefen Abdruck hinterlassen, der noch Tage später gut sichtbar ist. "Mal abgesehen von dem Schock, den das Tier erlitten hat. Unsere Katze ist seitdem verstört."

Der Katzenhasser hat sich beim Bau der Schlinge richtig Mühe gegeben, ist Gabriele Schmell entsetzt. Die Falle ist aus einen Bowdenzug gebastelt worden. Anzeige erstattet hat die Wehrstedterin nicht. "Anzeige gegen Unbekannt bringt nichts, die Ermittlungen führen ins Leere", ist sie sicher. Wieviele Fälle von Tierquälerei 2014 in Halberstadt angezeigt beziehungsweise aufgeklärt wurden, dazu will sich die Polizei erst am heutigen Donnerstag äußern, wie auf Volksstimme-Nachfrage Polizeisprecher Peter Pogunke sagt.