Halberstadt l Auf die freche Bemerkung: "Jetzt schreibt er auch noch!", reagiert Klaus-Uwe Rein mit einem breiten Grinsen. Der Sänger ist eben mehr als "nur" ein Sänger am Nordharzer Städtebundtheater. Schon seit Jahrzehnten frönt der 58-Jährige auch anderen künstlerischen Leidenschaften. Das Malen gehört dazu und das Schnitzen. Viele Holzskulpturen zieren seinen Garten in Langenstein. "Das ist wie eine Ergänzung zu meiner Arbeit", sagt Rein.

Nun also ein Buch. Ein Büchlein. "Fantasiegeschichten" ist es betitelt und verknüpft Harzer Sagen wie die um Prinzessin Ilse, die Walpurgisnacht und Bodo mit märchenhaften, selbst erfundenen Geschichten. Die hat er nicht nur seiner Enkelin erzählt, sondern zudem mit kleinen Zeichnungen illustriert. Alles zusammen ist nun zu einem selbst finanzierten Kinderbuch mutiert, in dem sich auch Noten finden. "Die stammen von Violetta Kollar", berichtet Rein. Er hatte sie sowie zwei weitere Kolleginnen - Heidemarie Misgaiski und Gisela Wowereit - um ein kritisches Urteil gebeten. "Wenn man sich als völliger Laie in einem neuen Metier ausprobiert, muss das ja nicht gleich jedermann wissen", sagt der Naturliebhaber.

Violetta Kollar hatte das Buch mit nach Hause genommen und rief wenig später an. Die Solorepetitorin spielte noch am Telefon vor, was ihr zu den nur als Textzeilen enthaltenen Liedern an Melodien eingefallen war. "Wir haben uns dann getroffen, und ich war fasziniert, mit welcher Begeisterung sich Violetta Kollar diesen Liedlein widmete." Nun stehen Noten mit im Büchlein.

Fast ein Jahr ist vergangen zwischen dem Entschluss, die Geschichten in Buchform zu gießen und der Auslieferung an drei Buchhandlungen in Halberstadt, Quedlinburg und Oschersleben. 500 Stück der sagenhaften Geschichten um den grünäugigen Kater Mausebär, Ilse, König Bodo und die Hexen Walburga Schneckenschleim und Bromelia Lügenpilz sowie den Gruff Wuff sind gedruckt. Der mag übrigens Glotzbeeren. Was das ist? Kann man im Anhang nachlesen und in der zweiten Geschichte des Büchleins erfahren.

Kindern machen die fantasievollen Geschichten Spaß, das haben nicht nur die Freundinnen von Klaus-Uwe Reins in Schwerin lebender Enkelin bestätigt. "Das belohnt für die Arbeit. Mir war nicht klar, wie viel Arbeit so ein Buch macht", gesteht der Sänger freimütig, der hörbar dankbar für die freundliche Unterstützung von Fachleuten wie dem Team der Druckerei Koch ist.