Nach einem Jahr Pause ist den Organisatoren des Lichterfestes in Zilly ein Besucherrekord beschert worden. Allein am Sonnabend weilten rund 700 Besucher auf dem Gelände der Wasserburg.

Zilly l "Schön, dass es das Lichterfest wieder gibt." Diese Worte waren oft zu hören. Die großen und kleinen Besucher rückten in der 1608 erbauten Märchenscheune immer wieder zusammen, nicht nur um sich zu wärmen, sondern um dem weihnachtlichen Programm zu lauschen.

Es war für jeden etwas dabei, angefangen von der Unterhaltung mit der Senju-Blaskapelle, dem Frauenchor Labazi, den Darbietungen des Kindergartens "Märchenburg" bis zur Lichterfee. Sie kam begleitet von einer Schar Kinder auf das Gelände der Wasserburg. Dort stiegen sie zusammen auf eine Handhebeldraisine und fuhren auf Schienen zur Weihnachtspyramide. Auch wenn das Mikrofon in diesem Augenblick versagte, ließ die Fee die Lichter an der hohen Pyramide und danach auf dem Burggelände erleuchten. Anschließend stiegen leuchtende Luftballons zum Himmel.

Vom Ensemble der Wasserburganlage fasziniert, verlegten die Feldeisenbahner aus Schlanstedt und Westeregeln 75 Meter Gleise - von der Scheune bis zur Kindertagesstätte. Dort hatte der Feldbahner Olaf Lemke seinen Spaß. In der Ziegelei Westeregeln, die 1991 geschlossen und zum Museum umgebaut wurde, rollt er sonst mit seinen Schienenfahrzeugen übers das Gelände. In Zilly fuhr er in stets vollen Waggons die großen und kleinen Besucher über das Burgareal.

Lemke hatte sich die Schienen übrigens vom befreundeten Schlanstedter Feldbahner Constantin Schnee ausgeliehen. Die Gleise sind, restauriert und mit neuen Schwellen versehen, erst eine Woche zuvor fertiggestellt worden.

Einen weiten Weg hatte die Handhebeldraisine, mit der die Lichterfee einfuhr, hinter sich. Sie stammt ursprünglich aus Polen, nahe an der ukrainischen Grenze, und versah dort ihren Dienst zum Holztransport im Wald. Für Schnee und Lemke war sie eine willkommenes Angebot. Beide versicherten, "gern wieder nach Zilly zu kommen".

Von weither kamen auch viele Besucher des Lichterfestes. Das war an den Autokennzeichen abzulesen. Die Fahrzeuge fanden erstmals auf der eingerichteten Parkfläche in der ehemaligen Gärtnerei ihren Platz.

In den Kellergewölben aus dem 15. Jahrhundert war der kleine, aber vielseitige Weihnachtsmarkt eingerichtet worden. Vom Kinderspielzeug über Dekorationsartikel und kunsthandwerklichen Taschen bis zu selbstgemachter Butter vom Ilsenburger Trachtenverein gab es hier viele weihnachtliche Angebote. Die Kinder fanden Beschäftigung beim Kerzenziehen und Basteln in der Kindertagesstätte oder in der mittelalterlichen Küche der Burg beim Plätzchen backen. Am Sonntag war die Märchenscheune voll besetzt. Ein Puppentheater erfreute die Kinder mit dem "Märchenkasper".

Die Organisation des zweitägigen Festes lag in den Händen des Fördervereins der Wasserburganlage Zilly, der sich auf viele Helfer stützen konnte. Besonders hervorgehoben wurde die technische Organisation durch Hartmut Drescher, Peter Sinnemann und Jutta Bräunel sowie die Unterstützung der Stadt Osterwieck.

Alle Einnahmen des Lichterfestes fließen in die weitere Burgsanierung.

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