Woche um Woche treffen sich die Mitglieder des großen Chores des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums zur Probe. Dies dient diesmal nicht allein der Vorbereitung auf den Auftritt beim Weihnachtselternabend, sondern auch auf einen Workshop und ein gemeinsames Konzert mit dem A-cappella-Pop-Quartett Maybebop im Januar.

Halberstadt l Als das neue Schuljahr begann, startete Ronny Strübing mit dem großen Chor am Käthe-Kollwitz-Gymnasium einen Probenmarathon. Bereitete der Musiklehrer mit den rund 60 Sängerinnen und Sängern in den vergangenen Jahren stets langfristig das Programm für den Weihnachtselternabend vor, stand diesmal ein weiterer Höhepunkt auf dem Plan, der ein intensives Proben erfordert: Am 17. Januar wird es einen Workshop und ein gemeinsames Konzert mit dem deutschen A-cappella-Pop-Quartett Maybebop geben.

"Ich höre Maybebop sehr gern und habe auch schon Konzerte besucht", berichtet Antonia Heinze aus der 12. Klasse. "Bei einem Karaoke-Song durfte ich sogar auf der Bühne mitsingen." Beeindruckt von der Professionalität der Vier und begeistert von diesem Erlebnis, wandte sich die Schülerin im Wissen, dass das Quartett Workshops gibt, an dessen Management und bekam mit einer positiven Nachricht gleich die Konditionen genannt.

Sponsorensuche für Workshop

"Dazu zählt eine Bürgschaft", erinnert sich Ronny Strübing, "denn der Workshop muss finanziell abgesichert werden." Der Freundeskreis der Schule bürgte, woraufhin mit der Sponsorensuche begonnen wurde. "Inzwischen haben Geschäfts- und Privatleute das Projekt großzügig unterstützt. Die Einnahmen decken die Kosten noch nicht. Deshalb nimmt der Freundeskreis weiterhin Spenden an."

Im September und Oktober fanden wöchentlich Proben zur Vorbereitung auf das Event im Januar statt. Dabei wurde nicht nur gesungen, sondern auch Videos von Maybebop angeschaut und deren CDs angehört. "Wir haben Songs von ihnen im Repertoire", erwähnt Strübing, "wir sind nach der ersten Probenphase alle frohen Mutes. Allerdings ist sich jeder bewusst, dass dafür noch etwas zu tun ist."

Seit Novemberbeginn studiert der Chor das Weihnachtsprogramm ein. Nach sechs bis acht Stunden Unterricht noch einmal 90 Minuten konzentriert arbeiten, sei keine einfache Sache, ist dem Chorleiter bewusst. Und so muss er die Schülerinnen und Schüler der 8. bis 12. Klassen bei dem Treffen in der ersten Dezemberwoche einige Male um Aufmerksamkeit bitten. "Den Lärmpegel etwas runter nehmen. Leute, wir wollen singen", unterbricht Strübing die Zwiegespräche und stimmt auf das Einsingen ein.

"Komm`se rein, könn`se rausgucken - singen fängt von innen an!" - das Stimmengewirr weicht fröhlichem Chorgesang. "Nicht so stocksteif stehen, locker sein. Improvisieren. Alles ist erlaubt", fordert Strübing, "Jetzt sind die Jazzer dran. Ich hör fast nichts, traut euch mal. Seid kreativ."

So eingestimmt, wird das Weihnachtsprogramm noch einmal durchgegangen. Bei "Eine Kerze leuchtet" gibt es nach Hinweisen zur Betonung und der Aufforderung "aus dem Herzen heraus singen" Lob für das Ergebnis.

Kräftigen Zwergengesang und zarte Frauenstimmen will Strübing bei "The Hobbit - Far Over the Misty Mountains Cold" hören. Die jungen Sängerinnen und Sänger folgen seinen Ratschlägen. "I saw three ships come sailing in with lyrics" wird erst im Sitzen, dann im Stehen gesungen.

"Ich höre nur Eihnachtsmann. Da fehlt etwas", ruft der Chorleiter bei "Danke Coca Cola für den Weihnachtsmann" und bald darauf: "Jetzt nur die Bässe. Ich denke, das werden wir nächste Woche noch mal bis zum Umfallen üben." Als nächstes singen Solisten das französische Lied "La nuit" Strophe für Strophe vor, der Rest des Chores stimmt jedes Mal ein.

Mit Schwung in die letzten Vorbereitungen

Während anschließend die Soprane auf dem Flur üben und ihr Gesang aufgrund der einzigartigen Akustik wahrscheinlich im gesamten Schulhaus zu hören ist, widmet sich Ronny Strübing mit den Alt- und Bassstimmen der Registerprobe. "Nun noch mal mit Schwung ins letzte Drittel", muntert er alle auf. Dem Song "This child" folgt erneut "La nuit", bevor die Probe mit "Stille, es ist Advent" endet. Doch Stille zieht erst ein, nachdem die Möbel wieder an den alten Plätzen stehen und die Chormitglieder den Raum verlassen haben.

"Wenn wir bei den vorweihnachtlichen Auftritten außerhalb der Schule und am Weihnachtselternabend gezeigt haben, was wir können, beginnt der Endspurt vor der Begegnung mit Maybebop", sagt der Musiklehrer, "nach den Weihnachtsferien bekommt unser Programm im dreitägigen Chorlager den Feinschliff."

Und dann wird es ernst. Am 17. Januar um 12 Uhr beginnt der Workshop, bei dem unter anderem ein gemeinsames Lied erarbeitet wird. Nach dem Soundcheck werden um 19 Uhr die Aulatüren für das Publikum geöffnet. Der Chor präsentiert einige Lieder, bevor das A-cappella-Pop-Quartett sein aktuelles Programm vorstellt. Höhepunkt soll das abschließend mit dem Chor gemeinsam gesungene Lied sein.

"Da Maybebop hier in der Gegend noch nie aufgetreten sind, wird der Abend etwas ganz Besonderes sein", ist Antonia Heinze überzeugt. Sie spricht von einer kulturellen Bereicherung für die Stadt und versichert, dass der Chor sein Bestes geben werde.

Karten für das Konzert gibt es in der Halberstädter Buchhandlung Schönherr. Wer das Projekt finanziell unterstützen möchte, kann Spenden einzahlen auf das Konto des Freundeskreises bei der Harzsparkasse, BLZ 81052000, Konto 350142483, Verwendungszweck: Maybebop.