Das Osterwiecker "Kinderhaus an der Ilse" ist als "Gesunde Kita" zertifiziert worden. Neues einführen musste das Personal dafür nicht.

Osterwieck l Die Bedingungen in dieser Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sind gut, um den Kleinen Bewegung und gesunde Ernährung anzuerziehen. "Wir bieten den Kindern hier eine Vollverpflegung an", erklärte Leiterin Angela Duwe-Sackmann. "Die Milchschnitte bleibt also zu Hause." Dabei müssen die Mädchen und Jungen aber nicht etwa das essen, was den Erzieherinnen schmeckt. "Die Kinder können mitbestimmen."

Die Knirpse helfen bei der Zubereitung von Frühstück und Vesper mit. Das Mittagessen steht tiefgefroren zur Weiterverarbeitung bereit, wird also nicht nach der Anlieferung stundenlang warmgehalten. Bedingungen, die nicht alle Kindertagesstätten haben.

Auch nicht den Turnraum im Kellergeschoss, der vor einigen Jahren an der Stelle des einstigen kleinen Hallenbades, das nicht mehr in Betrieb genommen werden konnte, entstanden ist.

Nicht zuletzt gibt es ein großzügiges Außengelände hinter dem Kita-Gebäude. Und jede Woche gehen die Kinder bei einem Naturtag raus in die Umgebung.

Das Zertifikat "Gesunde Kita" wird von der Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt vergeben. Im Land ist das "Kinderhaus an der Ilse" bereits die 80. Einrichtung, bundesweit gibt es bisher 208 in sieben Bundesländern, wie Kai-Gerrit Bädje berichtete. Der Geschäftsführer der AWO Kinder- und Jugendhilfe GmbH, der Trägergesellschaft dieser Osterwiecker Kita, übergab an Angela Duwe-Sackmann anlässlich des Weihnachtsmarktes im "Kinderhaus" das Zertifikat und ein entsprechendes Schild für den Hauseingang.

Am Anfang des Prozesses stand eine Selbstbeurteilung durch die Erzieherinnen, wie Bewegung und gesunde Ernährung, aber auch noch andere Kriterien in der Arbeit mit den Kindern berücksichtigt werden. Im weiteren Verlauf kam eine Auditkommission vor Ort, bestehend aus Kita-Leiterinnen

Bädje berichtete, dass das "Kinderhaus an der Ilse" als fünfte der sieben Arbeiterwohlfahrt-Kitas im Harzkreis das Zertifikat erhielt. Diese Woche solle Schauens Kita "Regenbogenland" hinzukommen. Auch die Halberstädter Kita "Sputnik" als siebente Einrichtung sei im Verfahren. Bereits 2010 habe der Arbeiterwohlfahrt-Landesverband beschlossen, dass alle Kitas in Trägerschaft der AWO das Zertifikat anstreben sollen.

Angela Duwe-Sackmann betonte, dass die Einrichtung für das Zertifikat nicht den Alltag umgestalten musste. "Eigentlich haben wir nichts verändert." Im Auditprozess habe man aber über Vieles nochmal nachgedacht. "Ich halte es für wichtig, dass die Kolleginnen ihre Arbeit selbst reflektieren", unterstrich Kai-Gerrit Bädje. "Nichts ist schlimmer als Betriebsblindheit."

Das Zertifikat gilt übrigens für zwei Jahre. Dann gibt es ein neues Audit.

Die zwölf städtischen Kindertagesstätten in der Einheitsgemeinde beteiligen sich nicht an dieser Zertifizierung durch die Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt.