Der geplante Deersheimer Dorfladen wird vom örtlichen Bio-Geflügelhof mit 5000 Euro unterstützt. Ziel ist es, dass das Geschäft der Genossenschaft, die im November von 89 Einwohnern gegründet wurde, Ende nächsten Jahres eröffnet werden kann.

Deersheim l Über zwei Jahre ist es jetzt her, seit der Dorfkonsum geschlossen wurde und die Deersheimer im Zuge der Osterwiecker "ZukunftsWerkStadt" auf die Idee gebracht wurden, das dort vorgestellte Dorfladen-Konzept in ihrem Ort umzusetzen. Es folgten zwei Jahre angestrengter Arbeit durch eine Lenkungsgruppe, bis vor sechs Wochen die Genossenschaft gegründet werden konnte. In dieser Woche nun wurde sie eingetragen. Die erste große Etappe ist gemeistert.

Nun geht es ums Geld. Um den Dorfladen zu installieren, werden etwa 150 000 Euro benötigt, berichtete Vorstandsmitglied Elke Selke. Sie arbeitet in der Wirtschaftsförderung der Kreisverwaltung, betreut die Stadt Osterwieck in der "ZukunftsWerkStadt" und ganz besonders die Deersheimer auf dem Weg zu ihrem Dorfladen. Für Sachsen-Anhalt ist dies ein Pilotprojekt, das auf Landesebene mit Interesse verfolgt wird. Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens (CDU) war deswegen schon hier gewesen. Nun als eingetragene Genossenschaft können auch Fördermittel beantragt werden. Geld, das noch 2015 fließen könnte. Gleich zum Beginn des neuen Jahres sollen die Anträge geschrieben werden.

Eigenmittel werden natürlich auch benötigt. Die 5000 Euro, die Geschäftsführerin Dr. Ute Knust vom Bio-Geflügelhof Deersheim überreichte, sind dabei für die Genossenschaft eine Riesensumme. Sie hat die Gesellschafter des Unternehmens überzeugt, dass sie diesen Betrag für das besondere Projekt zur Verfügung stellen. "Viele unserer Mitarbeiter wohnen ja hier in Deersheim", sagte Knust, die Chefin des mit rund 35 Mitarbeitern größten Arbeitgebers im Ort. Sie verbindet mit dem Laden, dass Leben ins Dorf einzieht und auch junge Leute herziehen, weil sie Kultur und eine Einkaufsmöglichkeit haben. Die Bio-Eier aus Deersheim soll es dann auch hier geben. "Es liegt uns auch am Herzen, dass die Leute unsere Erzeugnisse dort kaufen können, wo man sie erzeugt." Bisher sei das im nahen Umfeld nur in Osterwieck möglich.

Noch braucht man Fantasie, um sich den Dorfladen in dem früheren Stallgebäude auf dem Edelhofgelände vorzustellen. Nach einem Teilabriss und einem neuen Dach soll im Frühjahr der dritte Bauabschnitt zur Sanierung der Bauhülle erfolgen. Dies erfolgt unter der Überschrift "Markthalle" in der Regie der Stadt Osterwieck. Das Dorfladen-Konzept war nach dem ersten Bauabschnitt Thema geworden und wird auch nur einen Gebäudeflügel beanspruchen.

Außen-und Innenwände, Fußböden, und Bauelemente, also Fenster und Türen, so fasste Vorstandsmitglied Karola Eichloff die anstehenden Bauarbeiten in Regie der Stadt zusammen. Dazu kommt noch eine Elektroinstallation. "Die Markthalle ist dann fix und fertig." Diese wird in den linken Gebäudeflügel integriert. Hier können Märkte mit Händlern, aber auch Veranstaltungen stattfinden.

Der Dorfladen kann erst anschließend eingebaut werden. Dabei wird nicht nur Geld, sondern auch die Arbeitskraft der Deersheimer benötigt. "Dann werden wir die Leute brauchen, die ihre Arbeitsleistung als Unterstützung für den Dorfladen angeboten haben", sagte Elke Selke. Die Vorstandsfrau geht davon aus, dass zum Auftakt nicht gleich der gesamte rechte Gebäudeflügel zum Dorfladen wird. "Es wird nicht alles auf einmal gehen."