Osterode l Platz ist in der kleinsten Hütte. Auch für hochgerechnet ein Sechstel der Einwohnerschaft. Rund 30 Osteröder kommen in diesen Tagen Abend für Abend auf einem anderen Grundstück zusammen. Drei, vier Stunden bleiben sie dann zusammen, trinken Glühwein, erzählen. Einige Veltheimer sind auch darunter, die Orte sind traditionell eng verbunden.

"Osteröder Weihnachtsfenster" nennen sich die Abende, zu denen erstmals im vorigen Jahr eingeladen worden war. Im Dorf entstand die Idee, die auf Anhieb viele Freunde fand. Nach dem Adventssingen in der Kirche wurde damals ausgelost, welche Familie an welchem Tag Gastgeber ist. Im zweiten Jahr nun gab es schon so viel Interesse, dass gar nicht mehr alle Familien als Ausrichter eines Weihnachtsfensters berücksichtigt werden konnten, wie Sabine Neyer berichtete. Seit 10. Dezember laufen die diesjährigen Treffen - und noch bis zum morgigen Dienstag. Am Freitag war Familie Schrader Gastgeber. Der Aufwand ist relativ gering. Einen Glühweintopf muss nicht jeder haben, der wird auch untereinander ausgeliehen.

Am wichtigsten sind den Osterödern die abendlichen Gespräche miteinander. Die Themen gingen auch an den Stehtischen bei Familie Schrader nicht aus. Und das war immerhin schon der zehnte Abend gewesen. "Mir hat das geholfen, mich im Dorf gut zu integrieren", erklärte Ute Kerstel. Sie ist vor vier Jahren aus Vienenburg zugezogen und findet die geselligen Abende einfach schön. Und auch die Kinder, die draußen spielen, lernen sich dabei besser kennen.

Alexander Waturandang, der aus Hamburg stammt, wohnt sogar erst seit April im Fallsteindorf. "Wir kannten anfangs niemanden." Beim Adventsfenster hat er gleich mitgemacht, dadurch viele nette Leute getroffen. Und da beruflich damit vertraut, hat er auch gleich eine kleine Internetseite für Osterode aufgebaut, die Termine und Gastgeber der Adventsfenster sowie einige Fotos dieser Abende eingestellt. "Über Osterode hatte ich vorher im Internet fast nichts gefunden", berichtete er.

"Keiner muss in dieser Adventszeit allein zu Hause sitzen", unterstrich Ute Kerstel. "So haben alle die Möglichkeit, unter Menschen zu kommen, sich zu unterhalten."