Der zweitägige Osterwiecker Weihnachtsmarkt stand wetterbedingt nicht unter einem so guten Stern wie in den Vorjahren. So lag der Schwerpunkt auf dem Sonntag.

Osterwieck l Es hätte am Sonnabend schön werden können. Die Organisatoren hatten ein umfangreiches und ansprechendes Bühnenprogramm zusammengestellt. Doch als sich ein Unwetter über Osterwieck zusammenzog, musste das Theaterstück vom "Kinderland Am Langenkamp" abgebrochen und die sensible Lautsprechertechnik in Sicherheit gebracht werden. Der bereits aus Aschersleben angereiste Schauspieler und Sänger Enrico Scheffler konnte nicht mehr sein Weihnachtsprogramm präsentieren. Aber er wird dafür im Mai 2015 zum Lutherfest wiederkommen. Auch der Pabstorfer Chor Voices of B.A.S.T. konnte am Sonnabend nicht mehr auftreten.

Der Sonntag blieb zwar auch nicht ganz regentropfenfrei, aber das störte dann niemanden mehr. Am Nachmittag war der Weihnachtsmarkt so voll wie aus den Vorjahren gewohnt. Wenn die kleinen Tänzer aus Lüttgenrode und dem Fitnessstudio sowie die Sänger aus dem "Kinderhaus an der Ilse" auf der Bühne auftraten, wurde ihnen von vielen Zuschauern applaudiert. Ebenso am Vortag bis zum Unwetter auch der Chor der Grundschule.

Lustig war es auf der Bühne auch. Als am Sonntag Multitalent Steffen Grundmann die Besucher in Weihnachtsstimmung bringen wollte, sah man ihn fast sprachlos. Aus dem Publikum hatte er dem siebenjährigen David Leupold das Mikrofon zum Mitsingen des Liedes "In der Weihnachtsbäckerei" vor den Mund gehalten. Der Junge erwies sich als so text- und tonsicher, dass Grundmann erstmal Pause hatte.

Die Lüttgenröder Tänzer waren gleich mit vier Gruppen von Drei- bis Zehnjährigen gekommen. Immerhin 57 Kinder lernen im Nachbardorf das Tanzen. Sogar neun Tanzgruppen gibt es dort insgesamt. Bald sind einige von ihnen beim Osterwiecker Karneval zu erleben.

Es waren wieder zahlreiche Vereine, die sich mit einem Stand auf dem Marktplatz präsentierten. Der Verein für Fremdenverkehr und Touristik gehörte dazu, der alle seine Einnahmen für die angestrebte neue Treppenanlage im Bismarckturm einsetzen will. Dank vieler Spenden aus der Einwohnerschaft sind bisher rund 15 000 Euro zusammengekommen, etwa die Hälfte der benötigten Summe. Jetzt bemüht sich der Verein gemeinsam mit der Stadt um weitere Fördermittel.

Im Heimatmuseum war nicht nur die Sonderschau über 175 Jahre Fotografie zu sehen. Aus dem Nachlass des Hobbymalers Ernst Möhring, der im Sommer 93-jährig verstarb, wurden 29 Acrylbilder mit Osterwiecker Motiven zum Verkauf angeboten. Der Erlös wird für die Restaurierung eines alten Ilse-Zeitung-Jahresbandes verwendet.

   

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