Harz-Kreis (dl) l Der Jahreswechsel ist für Rettungskräfte und Feuerwehren sowie der Polizei wieder mit vielen Einsätzen verbunden gewesen. Insbesondere in den Stunden vor und nach Mitternacht liefen in den Leitstellen zahlreiche Notrufe ein. Insgesamt ist die Bilanz positiv: Es habe zwar viele Einsätze gegeben, glücklicherweise aber keine größeren Unglücke, hieß es.

In Hedersleben (Verbandsgemeinde Vorharz) wurden gleich zwei Zigarettenautomaten zerstört, informierte Polizeisprecher Andreas Gebhardt. Gegen 1 Uhr wurde der Automat in der Magdeburger Straße mit Pyrotechnik gesprengt. "Die Wucht der Explosion führte zu einer starken Deformierung des Automaten, Einzelteile konnten im Umkreis von bis zu zwei Metern gefunden werden", so der Hauptkommissar. Aus dem zerstörten Automaten wurden Tabakwaren und Bargeld entwendet. Mindestens eine Person flüchtete aus dem Tatortbereich. In derselben Nacht sei in Hedersleben ein weiterer Zigarettenautomat in der Klosterstraße mit Pyrotechnik zerstört worden. Gestohlen wurden auch hier Tabakwaren und Bargeld. Gleiches gilt für einen Automaten, der am 1. Januar gegen 6 Uhr in der Bakenstraße in Halberstadt gesprengt wurde.

In Wernigerode und Blankenburg hatten es Unbekannte derweil auf Post-Briefkästen abgesehen. Am 31. Dezember wurde zwischen 14 und 21 Uhr ein gelber Kasten in der Ilsenburger Straße in Wernigerode gesprengt. Die zum Teil beschädigten Briefsendungen wurden sichergestellt. In Blankenburg wurde am 1. Januar gegen 1 Uhr der Briefkasten in der Löbbeckestraße aufgesprengt. "Durch die Wucht der Explosion wurde der Kasten völlig zerstört, Teile flogen bis zu 25 Metern weit", so Gebhardt. Laut Zeugen handelte ein 20 bis 30 Jahre alter Mann aus einer sechsköpfigen Personengruppe heraus.

In Stiege griff laut Polizei ein 59 Jahre alter Mann zum Luftgewehr und schoss auf Jugendliche. Diese hatten die Aufforderung des Mannes, nicht mit Knallkörpern zu lärmen, ignoriert. Zunächst hatte es gegen 19.30 Uhr einen Disput zwischen dem 59-Jährigen und den Jugendlichen im Alter von 16 und 17 Jahren gegeben. Als die beiden gegen 22 Uhr erneut einen Knaller zündeten, öffnete der 59-Jährige sein Fenster und schoss, der 17-Jährige wurde am Bein verletzt. Der 59-Jährige stand unter dem Einfluss von Alkohol, das Luftdruckgewehr wurde sichergestellt. Die Ermittlungen laufen.

Die Silvesterfeierlichkeiten verliefen aus Sicht der Polizei insgesamt ohne größere Vorkommnisse. In den Innenstädten von Quedlinburg und Wernigerode seien zur Überwachung des Pyrotechnik-Verbots zusätzliche Beamte eingesetzt worden. "Die Bürger standen den Kontrollen positiv gegenüber und hielten sich fast ausnahmslos an das Abbrennverbot", bilanziert Gebhardt. Es gab kreisweit mehrere Sachbeschädigungen sowie Körperverletzungsdelikte mit insgesamt 13 leicht verletzten Personen.

Zu den genannten Sprengstoffanschlägen sucht die Polizei Zeugen. Hinweise bitte unter Telefon (0 39 41) 67 41 93 an das Polizeirevier in Halberstadt.