Die Freiwillige Feuerwehr Harsleben hat den Reigen der Jahreshauptversammlungen im Vorharz eröffnet. Die Kameraden wurden im letzten Jahr zu neun Brandeinsätzen und zu 13 technischen Hilfsleistungen gerufen, dazu kamen neun Brandsicherheitswachen und drei Fehlalarme.

Harsleben l Hinter den Kameraden der Harslebener Wehr liegt ein bewegtes Jahr. Ortswehrleiter Jürgen Kamm bilanzierte in seinem Jahresbericht 35 Ereignisse. "Die Zahl der technischen Hilfeleistungen ist auf 13 angestiegen", hob er hervor. "Oft wurden wir auch nach Halberstadt gerufen. Dort kamen meist unsere Atemschutzgeräteträger zum Einsatz. Bei insgesamt fünf Alarmierungen kam der Abbruch-Befehl durch die Leitstelle noch auf der Anfahrt." Das sei zwar dann keine schöne Angelegenheit für die beteiligten Kameraden, aber ein Nachweis für die Richtigkeit des angewendeten Systems. "Wir hätten in Alarmfällen also noch Reserven gehabt", sagte Kamm. "Das ist eine gute Sache."

Oft genug fuhren die Harslebener dennoch in die Kreisstadt und wurden dann auch benötigt, so bei zwei Wohnungsbränden. Die Alarmanlage auf einem Betriebsgelände im Harslebener Gewerbegebiet sorgte für drei Fehlalarme. "Das ist eine Sache, die die Firma wohl am meisten geärgert hat", schätzte Kamm ein. Ungewöhnliche Einsätze gab es auch. Da musste ein Bitumenfass aus dem Goldbach geangelt werden, ein Wasserrohrbruch beschäftigte die Wehrleute, eine chemische Lösung, die beißenden Geruch verströmte, wurde entsorgt und auf einem neu eingerichteten Solarfeld im Gewerbegebiet brannte ein Verteiler. "Erstaunlich war, dass dieser Zwischenfall noch vor der Inbetriebnahme der Anlage erfolgte", erinnerte der Ortswehrleiter. Sogar als Retter in der Not fungierten die Kameraden. Sie öffneten eine Haustür, hinter der sich eine hilflose Person befand. Bei fünf Verkehrsunfällen leisteten die Harslebener technische Hilfe. Denkwürdig war auch der Einsatz an der neu gebauten Goldbachbrücke bei einem Hochwasser mitten im Sommer. Dazu kamen etliche Brandschutzwachen bei verschiedenen Veranstaltungen.

Jürgen Kamm lobte seine Kameraden für ihre Einsatzbereitschaft und stellte ihnen ein gutes Zeugnis ihrer Tätigkeit aus, sparte aber auch nicht mit Kritik. "An 52 Dienstabenden nahm der größte Teil der aktiven Wehrleute teil", bilanzierte er. "Allerdings hapert es bei einigen immer noch an der Pünktlichkeit. Es wäre wünschenswert, wenn diejenigen, die eine Funktion übernommen haben, diese auch mit mehr Eigeninitiative erfüllen würden."

Urkunden für fünf Feuerwehr-Kameraden

Die jährliche Pflichtübung für Atemschutzgeräteträger nahmen alle Kameraden wahr, nur einer fehlte wegen Krankheit. Bei der Ergänzungsausbildung zum Digitalfunk fehlten zwei Wehrleute. "Sven Gerecke nahm an einem Wochenend-Lehrgang für Jugendwarte teil", so Kamm. "Außerdem schloss er einen vierzehntägigen Zugführer-Lehrgang mit Erfolg ab." Kamm erläuterte, dass für die Teilnahme an dieser Ausbildung Wartezeiten von fünf bis sechs Jahren an der Tagesordnung seien. "Sven hat die Teilnahme mit Glück und Verhandlungsgeschick kurzfristig erreicht", berichtete der Ortswehrleiter. "Das ist aller Ehren wert. Was das Führungspersonal betrifft, ist die Harslebener Feuerwehr nunmehr eine der führenden im Landkreis Harz." Stefanie Bartel und Michelle Kamm absolvierten außerdem jeweils ihre Grundausbildung zur Truppfrau.

Den Ablauf der von der Feuerwehr abgehaltenen Veranstaltungen bewertet Kamm positiv. Der "Tag der offenen Tür" am 1. Mai und der Martinsumzug lockten auch 2014 viele Besucher an.

Jürgen Kamm lobte die erfolgte Ersatzbeschaffung von zwei Mannschaftstransportwagen für die Wehren in Harsleben und Wedderstedt, kritisierte aber im selben Atemzug die Dauer. "Intensivste Bemühungen in der Verbandsgemeinde-Wehrleitung haben dazu geführt, dass wir diesen Posten noch im angelaufenen Jahr bewerkstelligen konnten", betonte Kamm. "Die Gesamtkosten für beide Fahrzeuge belaufen sich auf 46000 Euro."

Das war auch ein Punkt, bei dem die als Gast anwesende Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Ute Pesselt (Buko) bei ihrem Grußwort noch einmal einhakte. "Der Haushalt des Jahres 2015 beschäftigt sich zum großen Teil mit dem Thema Feuerwehr", teilte sie mit. Damit bezog sie sich auf die von der Verbandsgemeinde-Wehrleitung erarbeite Prioritätenliste, die sich mit den notwendigen Anschaffungen für die Wehren im Vorharz befasst.

Die Jahreshauptversammlung der Harslebener wurde zudem von drei Gemeinde- und Verbandsgemeinderäten sowie dem Bürgermeister besucht. Jürgen Kamm ehrte David Thoms und Chris Mickstein für ihre 20-jährige Mitgliedschaft und übergab Sören Lehmann und Jan Malewski (beide Hauptfeuerwehrmann) sowie Sven Gerecke ihre Beförderungsurkunden.