Als Mitte der 1990er Jahre die ersten neuen Einfamilienhäuser im Baugebiet Justus-von-Liebig-Siedlung entstanden, war klar, die Hauptstraße wird später ausgebaut. Dass es bis 2014 dauern sollte, ahnte kein Anwohner. Doch nun ist es geschafft.

Halberstadt l "Was lange währt, wird gut", sagte Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke), bevor er die Straße Justus-von-Liebig-Siedlung freigab. Beim symbolischen Schnitt unterstützte ihn Hans-Jürgen Jeschke. "Ich bin gar kein direkter Anlieger", sagte der Halberstädter, nahm aber auch als unmittelbarer Nachbar die Aufgabe gerne wahr.

Von März bis Dezember war die Straße komplett ausgebaut worden. Die Abwassergesellschaft Halberstadt (AWH) legte einen neuen Regenwasserkanal und baute einen Vorflutkanal zur Holtemme, "um für das gesamte Wohngebiet eine vernünftige Niederschlagswasserentsorgung zu gewährleisten", wie von AWH-Geschäftsführer Thomas Valentin zu erfahren war. Rund 70 000 Euro wurden allein für den Bau des Regenhauptwasserkanals investiert.

Mit 10 000 Euro Baukosten waren auch die Halberstadtwerke am Straßenbau beteiligt, sie legten Stromkabel in die Erde und erneuerten zugleich die Hausanschlüsse. Gleiches tat die Deutsche Telekom mit ihren Telefonleitungen, wofür das Unternehmen rund 12 000 Euro zahlte.

Den Großteil der Baukosten von rund 517 000 Euro aber machten die 425 000 Euro aus, die im Auftrag der Stadt Halberstadt für den Ausbau der Straße, die Pflasterung der Fahrbahn, Straßenbeleuchtung und Pflasterung der Grundstückszufahrten ausgegeben wurden. Die gesamte Ausbaufläche beläuft sich auf 3100 Quadratmeter. Dabei zahlen den Großteil der Summe die Anlieger. Sie sind mit 90 Prozent an den Straßenbaukosten beteiligt, haben die Pflasterung der Grundstückszufahrten komplett zu zahlen und 60 Prozent der Kosten für den Bau einer neuen Straßenbeleuchtung.

Mit der Arbeit beauftragt worden waren nach öffentlicher Ausschreibung die Firmen Strabag AG Gruppe Halberstadt, ABG Hecklingen, SSS Energietechnik Derenburg und der Stadt- und Landschaftspflegebetrieb Stala der Stadt Halberstadt. Die Planung und Baubegleitung lag in den Händen des Ingenieurbüros Prowa aus Blankenburg.

"Alle Firmen haben gute Arbeit geleistet", sagte Andreas Henke. Der Oberbürgermeister dankte jedoch nicht nur den Mitarbeitern der Firmen für das Geleistete, sondern auch den Anwohnern für deren Geduld. "Der grundhafte Ausbau hier war längst überfällig", sagte Henke. Viele Jahre haben die Anwohner im Sommer Staubwolken und bei Regen und Tauwetter Schlammwüsten ertragen, bis nun endlich die 330 Meter lange Straße einen vernünftigen Unterbau und eine ordentlich gepflasterte Fahrbahn erhalten hat.

Mit der Justus-von-Liebig-Siedlung sind die Straßenbauarbeiten in dem Wohnviertel allerdings noch nicht beendet. Für 2015/2016 hat die Stadtverwaltung die Planungsarbeiten und deren Umsetzung zum Ausbau der Wasserturmstraße vorgesehen, teilte Andreas Henke mit.