Halberstadt (sc) l Im Mai jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 70. Mal. Anlass für den Abgeordneten Hans-Jürgen Scholz (Linke) im Stadtrat anzufragen, ob die Stadtverwaltung dazu Veranstaltungen plane. "Vor zehn Jahren gab es zum 60. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus eine würdige Veranstaltung auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof. Hat die Stadt für 2015 Adäquates vorgesehen?", fragte Scholz.

Hat sie nicht, wie Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) sagte. "Wir planen in der Stadt zu zwei anderen Terminen festliche Veranstaltungen", so das Stadtoberhaupt. "Zum einen zum 70. Jahrestag der Stadtzerstörung am 8. April und zum Jubiläum 25 Jahre deutsche Einheit am 3. Oktober." Aber es stehe den Parteien ja jederzeit frei, eigene Veranstaltungen zu organisieren.

Peter Köpke (SPD) bemerkte, bevor er sich zu einem anderen Thema in der Debatte äußerte, an seinen Ratskollegen gewandt: "Übrigens, Herr Scholz, Halberstadt wurde von den Amerikanern befreit."

Zum 8. April ist vonseiten der Stadt unter anderem eine Fotoausstellung geplant, die die Zerstörung der historischen Stadtarchitektur thematisiert. Sie soll, so sehen es die Planungen vor, in der Rathauspassage eröffnet werden. Die Verantwortung dafür liegt beim Team des Städtischen Museums.

Prominenter Redner zu der Gedenkveranstaltung am 8. April um 11.30 Uhr an der Ruine der Franzosenkirche soll Prof. Dr. Jens Reich sein. Der Bürgerrechtler ist im zerstörten Halberstadt aufgewachsen. Zum Veranstaltungsreigen rund um den 8. April gehört außerdem ein Konzert, das unter der Leitung von Prof. Klaus-Jürgen Teutschbein steht. Dieses Konzert soll am Sonnabend, dem 11. April, um 15 Uhr in der Andreaskirche beginnen.

Die Veranstaltungen zum Tag der deutschen Einheit werden gemeinsam mit der Partnerstadt Wolfsburg stattfinden. So sind alle Mitglieder des Halberstädter Stadtrats bereits jetzt zu einem Festakt am 3. Oktober nach Wolfsburg eingeladen. In Halberstadt soll zu diesem Anlass ein Festkonzert ausgetragen werden.