Wer in Zilly wohnt und einkaufen muss, ist auf das Auto oder Fahrrad angewiesen: Der ehemalige Konsum im Dorf ist seit November geschlossen, das Gebäude baufällig. Interessenten, die einen Markt eröffnen wollen, gibt es. Nun steht die Frage im Raum, wo und wie eine neue Einkaufgelegenheit möglich ist.

Zilly l Einkaufswagen, Regale und Zeitungsständer sind hinter den Glasfenstern noch zu entdecken - doch sie alle bleiben seit November leer. Der einstöckige Einkaufsmarkt in Zilly ist geschlossen. Zettel an den Scheiben weisen potentielle Kunden auf den Grund hin: "Unvorhersehbare und zwingend erforderliche Reparaturmaßnahmen". Ob das Geschäft auch künftig ungenutzt bleibt, ist ein Thema der ersten Ortschaftsratssitzung im neuen Jahr gewesen.

Bürgermeisterin Sandra König (Bürgerinitiative Zilly) hatte am Donnerstag dazu eingeladen. Dieser Tagesordnungspunkt, der Fortbestand und Erhalt der Kaufhalle in Zilly, bereite ihr Kopfschmerzen, sagte sie. Denn "mit der Schließung des Einkaufmarktes brach im Ort ein wichtiger Versorgungspunkt weg". Gerade im ländlichen Raum sei es wichtig, solche zu erhalten und allen Generationen eine Begegnungsstätte sowie ein lebenswertes Umfeld zu schaffen beziehungsweise zu erhalten.

"Eigentlich sollte es nur eine kurze Schließzeit der Kaufhalle geben", berichtete Sandra König. Aber es kam anders: Als die letzten Ladenbetreiber, die Familie Schmalz, nach etwa einem Jahr das Geschäft schlossen, kamen beim Ausbau des Inventars gravierende Mängel an der Bausubstanz des Mitte der 1970er Jahre errichteten Gebäudes zum Vorschein. Dazu zählte auch die Dachfläche, die nicht gedämmt ist. Ein Punkt, den auch das Gesundheitsamt für den Fortbestand der Kaufhalle bemängelte, informierte die Bürgermeisterin. "Wir müssen kreativ sein und uns alle bei der Suche nach Lösungen einbringen", betonte Sandra König.

Die Investitionen in die alte Kaufhalle würden sich "im höheren Bereich" bewegen. Finanzielle Hilfe von der Verwaltung ist nicht zu erwarten. "In den kommenden Jahren sind keine Investitionen für den Markt geplant. Das gibt der Haushalt nicht her", teilte Osterwiecks Wirtschaftsförderer Peter Eisemann auf Volksstimme-Nachfrage mit.

Er lobte das Engagement der Einwohner. "Die Zillyer setzen sich sehr für ihren Ort ein und haben in der Vergangenheit schon häufig gezeigt, was sie leisten können." Der Wirtschaftsförderer könne sich vorstellen, dass ein Dorfladen nach ähnlichen Modellen wie in Lüttgenrode oder in Deersheim auch in Zilly überlegenswert sei. Fraglich ist allerdings, ob das ehemalige Konsum-Gebäude für einen neuen Markt geeignet ist . So suchen der Ortschaftsrat Zilly und die Bürgermeisterin im Dorf nach einer adäquaten Alternative - einem möglichst kommunalen Objekt mit einer rund 250 Quadratmeter großen Verkaufsfläche. "Man kann aber nicht zaubern", so Sandra König.

Anwohner Wilfried Niebel (72) meldete sich daraufhin im Ortschaftsrat mit gleich zwei Vorschlägen für seiner Meinung nach geeignete, neue Standorte zu Wort: ein ehemaliger Kuhstall oder Bürocontainer, die man zu einer Fläche verbindet. Alternativen, die es nun zu prüfen gilt.

Sandra König baut auf die Unterstützung der Einwohner: Wer weitere Vorschläge hat, kann sich damit an die Bürgermeisterin wenden. "Die Zeit drängt. Es gibt Interessenten, die gerne eine Kaufhalle in Zilly weiterführen würden. Aber die können nicht ewig warten", betonte sie.

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