Das stürmische Wetter hat viele Mitglieder der Pfarrei Sankt Benedikt nicht abgehalten, ihren scheidenden Pfarrer Petrus Henke gebührend zu verabschieden. Beim anschließenden Empfang im Kaisersaal wurden Erinnerungen geteilt.

Huysburg l Die Pfarrei Sankt Benedikt hat nun auch offiziell einen neuen leitenden Pfarrer. Bruder Hubert Wachendorf hat diese Aufgabe von Bruder Petrus Henke übernommen.

Dass in der Klosterkirche der Huysburg die Plätze kaum ausgereicht haben, lag zum Einen sicher an der Einladung zum Neujahrsempfang. Anderserseits wollten viele der Anwesenden einen Mann besonders ehren. Bruder Petrus Henke, viele Jahre leitendener Pfarrer, wird künftig etwas kürzer treten. Nachfolger Bruder Hubert Wachendorf hat diese Aufgabe seit Jahresbeginn bereits kommissarisch wahrgenommen. Während des Gottesdienstes erfolgte die Ernennung beziehungsweise Verabschiedung der beiden Brüder, die als Mönche im Kloster leben.

Pfarrer Christoph Tretschok hatte die Leitung dieses besonderen Gottesdienstes übernommen. Er verlas die Schreiben des Bischofs Gerhard Feige, wobei zuerst das Ernennungsschreiben für Bruder Hubert und erst danach die Verabschiedung von Bruder Petrus an der Reihe war. Damit war die Pfarrei Sankt Benedikt zu keinem Zeitpunkt ohne ihren leitenden Hirten.

Bewegt trat Bruder Petrus ans Rednerpult und blickte zurück. Seit September 1989 habe er den Dienst als leitender Pfarrer wahrgenommen, zuerst in der Pfarrei Huysburg und danach seit fünf Jahren in der Pfarrei Sankt Benedikt. Als seine wichtigste Aufgabe in dieser Zeit habe er immer die Einbeziehung aller Menschen in seiner Pfarrei gesehen. Er nennt das "zu einem Leib machen" und ist überzeugt, dass gerade die Seelsorge entscheidende Entwicklungen genommen habe.

Er bleibe der Pfarrei erhalten und werde sich künftig anderen Aufgaben widmen, kündigte er an. Bruder Petrus, Jahrgang 1945, verbrachte seine Kindheit und Jugend in Thale. Er arbeitete bis zur Priesterweihe als Diplom-Physiker in der Forschung des Eisen- und Hüttenwerkes. "Es freut mich besonders, dass auch Menschen aus Thale den Weg auf die Huysburg gefunden haben", begrüßte er einige Bekannte. Darunter ist auch Hildegard Sievers, die einen regelmäßigen Kontakt mit Bruder Petrus pflegt. Sie kennt ihn schon seit dem gemeinsamen Religionsunterricht in der Kindheit.

Beim anschließenden Empfang im Kaisersaal war Gelegenheit für Geschenke und viele persönliche Worte. Für das Geschenk der Pfarreimitglieder an ihren scheidenden Pfarrer hatte Gemeindereferentin Heidi Klimmasch ein kleines Spiel für Bruder Petrus und Bruder Hubert vorbereitet.

Beide saßen mit dem Blick zu den Gästen und konnten so die insgesamt zehn notierten Beschreibungen nicht sehen. Die Antwort hatten sie an der Reaktion der Gäste abzulesen. Zum Beispiel sollten diejenigen aufstehen, die über 70 Jahre sind, oder die zur ehemaligen Pfarrei Badersleben gehören. Mit zehn von zehn richtigen Antworten bewies Bruder Petrus, dass er seine Schäfchen recht gut kennt und erhielt sein Geschenk.

Als Musikliebhaber freute er sich über einen Gutschein für den Besuch der Semperoper in Dresden. Und weil dieser Gutschein für zwei Personen genutzt werden kann, signalisierte Bruder Hubert bereits Interesse, seinen Glaubensbruder zu begleiten.

 

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