Einen deutlichen Anstieg beim Aufkommen an Grünschnitt hat die Entsorgungswirtschaft des Landkreises Harz (enwi) zuletzt verzeichnet. Der Hauptgrund dafür ist der kühle und nasse Sommer 2014. Mehr Geld hat das Unternehmen dadurch aber nicht in der Kasse.

Halberstadt l Seit 1998 widmet sich die Entsorgungswirtschaft des Landkreises Harz (enwi) auch dem Segment "Verwerten statt Verbrennen".

"Wir haben dabei seit ein paar Jahren eine stabile Situation", sagt Ingo Ziemann im Gespräch mit der Volksstimme. Dennoch gebe es nach Angaben des Abteilungsleiters Entsorgung und Unternehmenskommunikation der enwi für 2014 eine Besonderheit. Die Gesamtmenge des Grünschnitts sei von 11 324 Tonnen im Jahr zuvor auf 14 305 Tonnen gewachsen. Dies entspreche einem Aufkommen von 126 Prozent. Ziemann: "Das inzwischen fast überall geltende Verbrennungsverbot spielt dabei aber heute keine Rolle mehr." Hauptursache für das jüngste Plus sei vielmehr das starke Pflanzenwachstum durch den kühlen und nassen Sommer.

Ganz endgültig sei das Ergebnis zwar noch nicht, so der Halberstädter. Es werde allerdings "keinen Riesenruck" geben. Er rechne mit einer Verschiebung von maximal ein bis zwei Prozent. Ingo Ziemann: "Trotz der zusätzlichen Fuhrkapazitäten war das durch unsere Partner Abfallwirtschaft Nordharz und Halberstädter Containerdienst zu händeln." Nur ab und an habe es ein zeitliches Problem gegeben, speziell auf den Werkstoffhöfen und am ersten Tag der Herbstsammlung. Der Abteilungsleiter: "Mein Dank gilt den Besatzungen draußen, die eine hervorragende Arbeit leisten."

Von "deutlichen Mehrmengen während der Straßensammlungen" spricht Markus Focke. Er ist bei der enwi für den Bereich Wertstoffhöfe/Logistik verantwortlich. Auch bei den Selbstanlieferungen auf den acht Wertstoffhöfen sei gegenüber 2013 ein Anstieg von 8960 auf 11 537 Tonnen (+129 Prozent) zu verzeichnen gewesen (siehe unten). Ebenfalls bewährt habe sich das Angebot, den Gartensparten Container für den Grünschnitt zur Verfügung zu stellen.

Die Aufwendungen für Transport und Entsorgung könnten laut Ingo Ziemann für das vergangene Jahr vermutlich bei rund 550 000 Euro liegen, eventuell würden es unter dem Strich etwa 570 000 Euro sein. Der Abteilungsleiter: "Wir versuchen, den optimal erzielbaren Preis zu bekommen." Wer jetzt allerdings glaube, die enwi verdiene damit viel Geld, der irre sich. Bezogen auf den reinen Kompostierungsprozess verbuche das Unternehmen keinen Gewinn. Zudem müssten die Kosten für Transport und Betrieb der Annahmestellen inklusive ihrer Mitarbeiter mit veranschlagt werden. Ingo Ziemann: "Das wird alles aus der Grundgebühr finanziert. Von jedem Haushalt."