Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember übernimmt die Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt GmbH eine weitere Strecke. Die HEX-Züge rollen dann im Stundentakt zwischen Halle und Goslar. Der Vertrag dazu ist am Donnerstag in Halberstadt unterzeichnet worden.

Halberstadt l Immer pünktliche und qualitätsgerechte Züge: Das wünschten sich gestern Rüdiger Malter, Geschäftsführer der landeseigenen Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA), Fritz Rössig, Abteilungsleiter Verkehr des Zweckverbandes Großraum Braunschweig (ZGB), und Matthias Löser, Geschäftsführer der Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt GmbH.

Anlass für den Termin im Halberstädter Bahnhof war die Unterzeichnung eines Vertrages. Damit rollen ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 die Züge des Harz-Elbe-Express (HEX) auf der Strecke Halle (Saale)-Aschersleben-Halberstadt-Wernigerode-Goslar. Der Kontrakt läuft laut Malter drei Jahre. Er sei das Ergebnis eines europaweiten Vergabeverfahrens, das im Juni 2013 gestartet worden war. Wie viele Bewerber es gegeben hatte, wollte der NASA-Chef auf Volksstimme-Nachfrage nicht sagen. Er verwies zur Begründung auf die Wettbewerbssituation in der Branche.

Wie Rüdiger Malter allerdings informierte, betrage der Leistungsumfang jährlich etwa eine Million Zugkilometer. Davon würden auf Niedersachsen rund 110 000 Kilometer entfallen. Nach dem Auslaufen der Vereinbarung soll das Kooperationsprojekt in das "Dieselnetz Sachsen-Anhalt" integriert werden. Dessen Vergabeverfahren habe im Dezember 2014 begonnen.

Zum Einsatz gelangten Fahrzeuge des Typs Lint 41, Baujahr 2000, des Herstellers Alstom. Nach Angaben des Veolia-Geschäftsführers Löser würden weitere vier dieser Bahnen erworben und bei der Verkehrs Industrie Systeme GmbH (VIS) in Halberstadt entsprechend umgerüstet. Dort erfolge auch die Wartung der gesamten Flotte.

Mit der neuen Konstellation ist die Ära der Neigetechnikzüge der DB AG beendet. Diese seien nach Aussage des NASA-Chefs zwar etwas schneller, hätten aber ungünstige Einstiege. Zudem würde ein Teil der Fahrgäste die jähen Schwankungen nicht so gut vertragen. Rüdiger Malter: "Die Strecke ist besonders in Sachsen-Anhalt sehr kurvenreich." Durch das ausgehandelte Konzept verbessere sich das Angebot erheblich. Malter: "Wir bieten für die Orte Könnern, Sandersleben, Aschersleben und Gatersleben stündlich schnelle Verbindungen zwischen Halle und Halberstadt."

Bislang fahren Regionalexpress (RE) und HEX von der Saale- in die Domstadt im Abstand von knapp 15 Minuten. Künftig werde der bisherige HEX dem Fahrplan des neuen HEX Halle-Halberstadt angepasst, sodass insgesamt ein Stundentakt der Linien HEX 4 und 24 entsteht.

Die kleineren Haltepunkte zwischen Könnern und Gatersleben würden im 60-minütigen Wechsel bedient. Dadurch gebe es wie bisher mindestens eine zweistündliche Verbindung zu den Zentren. Die Stationen zwischen Könnern und Halle würden dann ausschließlich von der Linie HEX 47 Halle-Bernburg erschlossen - in der Hauptverkehrszeit sogar stündlich.

Auf dem Abschnitt Aschersleben-Halberstadt verkehrten ab Dezember vier bis fünf weitere Züge je Richtung mit Halt auf allen Bahnhöfen unterwegs. Der HEX 4 fahre durch bis Goslar. Dort hätten die Reisenden Anschluss von und nach Hildesheim, Göttingen und Hannover.

Fritz Rössig vom ZGB zeigte sich mit dem Vertragsabschluss ebenfalls zufrieden. Der Abteilungsleiter: "Wir freuen uns, mit Veolia einen Partner für die Leistungen gefunden zu haben, der schon heute zuverlässig im Nordharznetz unterwegs ist." Mit dem neuen länderübergreifenden stündlichen Takt des HEX "wächst der Harz weiter zusammen".