Halberstadt (sc) l Hartmut Wettges gestaltet die vierte "Stunde der Musik" der aktuellen Spielzeit. Am Sonntag, dem 25.Januar, wird Wettges die Zuhörer um 18 Uhr im Halberstädter Rathaus begrüßen.

"Geplant ist ein Benefizkonzert", sagt der Pianist, der zugleich Vorsitzender des Halberstädter Kammermusikvereins ist. Der Verein soll auch in den Genuss der Einnahmen kommen. Hartmut Wettges spielt an diesem Abend Werke von Schumann, Brahms, Liszt, Chopin und Beethoven.

"Für die Vereinsmitglieder ist der Eintritt selbstverständlich frei", sagt Wettges, "aber natürlich freuen wir uns über zusätzliche Spenden, um weiterhin bedeutende Künstler für die beliebte Konzertreihe verpflichten zu können". Benötigt wird das Geld zudem, um den Steinway-Flügel im Rathaus immer auf dem bestmöglichsten Stand zu halten.

Hartmut Wettges, der seit Juni 2014 den Vorsitz im Kammermusikverein übernommen hat, lebt seit 2002 in Wernigerode. In Burg geboren, studierte er in Zwickau und in Leipzig Klavier und Dirigieren. Seine Lehrer waren unter anderem Prof. Kootz (Klavier) und Prof. Reuter (Dirigieren).

Feste Engagements hatte Wettges als Solorepetitor, 1. Kapellmeister und Musikalischer Leiter in Magdeburg, Stendal, Bad Elster sowie am Berliner Friedrichstadtpalast. Gastspiele führten ihn in verschiedene Länder Europas sowie in die USA und Kanada.

Die Werke des Benefiz-Konzertes seien nicht von ungefähr ausgewählt worden, sagt Wettges. "Sie stellen bereits zu Beginn des Konzertes in der Gegenüberstellung von Schumann und Brahms eine Verbeugung an die ,klassischen` Hörgewohnheiten der Zuhörer dar. Und sie sollen zeigen, wie nahe sich Brahms der Familie Schumann fühlte, als er 1853 deren Haus betrat."

Der "Liebestraum" von Liszt stellt gleichsam eine Verbindung zu Brahms dar, obwohl sich beide Komponisten nicht mochten, seit Brahms den Älteren in Weimar getroffen hat. Aber natürlich schätzte Brahms dessen Klavierspiel, obwohl nicht sicher ist, ob Brahms den "Liebestraum" gekannt hat.

Ganz anders ist Liszt´s Verhältnis zu Chopin. Sie begegneten einander 1831. Dass Chopin in einem Brief von 1831 Liszt "eine pianistische Null" genannt hat, ist für unser heutiges Wissen unfassbar. Aber Liszt war noch jung und begann gerade in dieser Zeit seine spätere Virtuosität zu trainieren und auszubilden. Dass Chopin in dieser Zeit bereits virtuos gespielt hat, belegen folgende Werke: Etüde op.25 Nr.12, sein Fantasie-Impromptu cis-Moll op.66 und seine Polonaise As-Dur op.53, die im Klavierabend zu hören sind.

Der Abend schließt mit Beethovens "Mondscheinsonate" cis-Moll, die er 1801 vollendete. Dass Liszt die Beethoven-Sonate in seinem Leben x-mal gespielt hat, ist bekannt. Aber auch Chopin wird nachgesagt, dass er diese Sonate zumindest gekannt hat, weil die cis-Moll-Tonart sowie verschiedene Themen seines Fantasie-Impromptus als Vorbild gedient haben sollen.

Unter allen Anrufern, die sich am Montag von 11 bis 11.10 Uhr unter der Telefonnummer (0 39 41)69 92 20 melden, verlost die Volksstimme zwei Freikarten. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.