Halberstadt l Tonnenschwere Betonbrocken türmen sich auf dem Gelände einer ehemaligen Putenfarm in Langenstein. Seit mehr als 20 Jahren belastet das mehrere Tausend Quadratmeter umfassende Areal am Pastorenberg den Ortsteil. Das Grundstück ist nicht gesichert, Kinder nutzen es als gefährlichen Abenteuerspielplatz beziehungsweise dort wird illegal Müll entsorgt.

Der Ortsrat Langenstein hat im Herbst vergangenen Jahres die Stadtverwaltung Halberstadt beauftragt, schnellstmöglich eine Lösung für die Abrissbrache zu finden.

"Die letzte Information, die ich habe, ist, dass es bisher der Verwaltung nicht gelungen ist, mit dem Insolvenzverwalter eine Übereinkunft zu finden", informiert Ortsbürgermeister Jürgen Meenken (CDU) gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Danach sollte die Stadtverwaltung dem Insolvenzverwalter ein Kaufangebot unterbreiten. Das Geld für den Kauf des Geländes wäre gut angelegt. Im Ortsteil Langenstein gibt es zahlreiche Anfragen von Investoren, die auf dem Filetgrundstück am nordöstlichen Ortsrand gern Eigenheime bauen wollen. Einige sind bereits abgesprungen, weil es nicht vorangeht, wie auf einer Tagung des Ortschaftsrates zu hören war. Jürgen Meenken: "Bislang blockiert wohl der Insolvenzverwalter."

"Es ist ein Trauerspiel. Investoren fragen nach Bauland für Einfamilienhäuser und wir müssen sie vertrösten. Auf der anderen Seite haben wir tausende verwaiste Quadratmeter auf dem Pastorenberg, die auf eine sinnvolle Nutzung warten, und wir können nichts tun", kritisierte Ortschaftsrat Steffen Grasmay (fraktionslos)während einer Ortschaftsratstagung.

Der einst vom Gemeinderat Langenstein abgesegnete Abriss der alten Putenfarm durch eine ortsansässige Firma und die geplante Wiederbebauung mit Einfamilienhäusern ist im Ansatz steckengeblieben. Die Firma, die für den Abriss mit mehreren Baugrundstücken auf dem Gelände bezahlt wurde, legte vor Jahren eine Pleite hin, das landschaftlich schön gelegene potenzielle Bauland verkommt seitdem.