Deutschland ist seit Jahrzehnten ein Land, in dem Menschen anderer Nationalität Zuflucht und Heimat suchen. In Halberstadt bietet eine Beratungsstelle den Neuankömmlingen Unterstützung.

Halberstadt l Die Angebote der Migrationsberatung des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Halberstadt konnten im vergangenen Jahr dank einer zusätzlichen Fachkraft ausgebaut werden. Innerhalb eines Bundesprojektes ist Christopher Bänecke für die Beratung erwachsener Zuwanderer und Spätaussiedler zuständig.

"Das Angebot ist auf die ersten drei Jahre nach der Zuwanderung befristet. Damit soll den Ankommenden ein selbständiges Handeln in allen Angelegenheiten des täglichen Lebens ermöglicht werden", erläuterte er. Bei Spätaussiedlern gebe es oft bereits familiäre Bindungen nach Deutschland. Andere Zuwanderer kommen aus EU-Ländern zur Arbeit nach Deutschland, brauchen jedoch Hilfestellung bei der Bewältigung der zahlreichen Behördengänge.

Sprachkurse werden ebenfalls vermittelt - ein wichtiger Punkt in Sachen Integration. Zusätzlich wird bei der Diakonie ein Kommunikationstraining angeboten. "Für dieses Angebot suchen wir noch einen Ehrenamtler, der den Kurs fortsetzt. Russisch-Kenntnisse wären von Vorteil", sagte Christopher Bänecke. Die Aktivitäten seien darauf gerichtet, alle in die Gesellschaft zu integrieren. Dabei helfe unter anderem ein Jugendlicher aus Serbien, der ehrenamtlich eine Hausaufgabenhilfe für Schüler anbietet.

"Insgesamt kann man feststellen, dass die Menschen, die hier einbezogen werden, unserer Gesellschaft auch etwas geben", berichtete Diakonie-Geschäftsführerin Gabriele Schwentek.

Gemeinsam mit der Caritas wird eine vom Land finanzierte gesonderte Beratung und Betreuung für Spätaussiedler, Asylberechtigte und Flüchtlinge mit Bleiberecht angeboten. Die findet jeden Dienstag von 14 bis 16.30 Uhr sowie donnerstags bis 18 Uhr im Haus der Diakonie am Johannesbrunnen 35 statt. Dort wird Hilfe bei der Arbeits- und Wohnungssuche angeboten, zu sprachlicher Förderung, Anerkennung von Bildungsabschlüssen und Zeugnissen beraten. Rechtliche Fragen sind zu klären, Unterstützung in Sachen Gesundheit zu organisieren. "Einige Gruppen wie die Frauen der Spätaussiedler treffen sich regelmäßig, für andere werden Feste und Aktionen organisiert", so der Berater.

Dass die Halberstädter sehr hilfsbereit sind, konnte die Einrichtung erleben, als zur Spende von Winterbekleidung aufgerufen wurde. "Das lief großartig", hieß es. Christopher Bänecke ist froh, dass für den Halberstädter Bahnhof eine neue Form der Willkommenskultur eingeführt werden konnte. Freiwillige Helfer sind abends von 18.30 bis 22 Uhr vor Ort und helfen ankommenden Flüchtlingen und Asylbewerbern, den Weg zur Zentralen Anlaufstelle (ZASt) zu finden.Weil es zu dieser Zeit zu der weit entfernten Einrichtung keinen Busverkehr mehr gibt, werden Taxidienste bezahlt. "Wie soll sonst eine Frau mit Kind, wie wir es schon oft erlebt haben, in der Dunkelheit die Einrichtung finden?"

Bisher hätten sich 25 Helfer bereitgefunden, alle 14 Tage einen solchen Abenddienst abzusichern. "Wir wären froh, wenn diese Aufgabe auf mehrere Schultern verteilt werden könnte", sagte die Geschäftsführerin, die gerne um weitere Freiwillige wirbt.