Die Kinder standen im Mittelpunkt des Osterwiecker Neujahrsempfangs. 300 Gäste folgten der Einladung von Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (Buko).

Stadt Osterwieck l Ein klassischer Neujahrsempfang war es nicht. Eher eine 100-minütige Show auf der Bühne in der kleinen Turnhalle.

"Die Geburtenrate steigt", freute sich die Stadtchefin, angesichts der 95 Neugeborenen im Vorjahr verkünden zu können. Und 2015 ging es schon am 3. Januar weiter. Janne-Lucas Borchers aus Dardesheim ist der erste junge Erdenbürger des neuen Jahres. Er hatte zusammen mit seinen Eltern Steffi Kretschmar und Eike Borchers gleich eine große Bühne. Zu den Gratulanten gehörte Landessozialminister Norbert Bischoff (SPD), der angesichts des großen Themas "Unsere Kinder" der Einladung nach Osterwieck gefolgt war. Dabei beschäftige sich sein Ressort sogar mit der Zeitspanne "vor der Geburt bis nach der Bahre". "Das Problem ist, dass wir zu wenige Kinder haben ", stellte er fest.

In Osterwieck gab es auch 2014 weniger Geburten als Sterbefälle, aber dafür erfreulich starken Zuzug. "Die Bevölkerungszahl ist nicht geschrumpft", betonte Ingeborg Wagenführ.

Sie unterstrich mit Zahlen, welche umfangreiche pädagogische Arbeit im Stadtgebiet geleistet werde. 730 Mädchen und Jungen besuchen die 13 kommunalen Kindertagesstätten bzw. zwei Einrichtungen in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt. Weitere 365 Kinder lernen in den drei städtischen Grundschulen und fast tausend Schüler in der Thomas-Mann-Sekundarschule Dardesheim bzw. dem Fallstein-Gymnasium Osterwieck.

Wagenführ richtete ihren Dank an die Unternehmer im Stadtgebiet. "Sie sind das Rückgrat unserer Stadt." Die Firmen würden den Familien vor Ort Arbeit geben. Osterwieck könne sich mit einer für den Harzkreis äußerst geringen Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent sehen lassen.

Die Bürgermeisterin dankte den vielen Institutionen, durch die Kinder direkt oder indirekt beschützt und behütet werden. Von den Ärzten bis zu den 387 Feuerwehrleuten. Sie sprach auch von den 150 Vereinen im Stadtgebiet. Das Vereinsleben sei "für manche von uns Anker, Heimat und Familie".

Eine "stete feine Entwicklung" attestierte Ingeborg Wagenführ dem Tourismus. "An der Straße der Romanik mit der Stephanikirche als Fachwerkstadt Osterwieck oder mit den Leuchttürmen Schloss Hessen, Schloss Berßel, Wasserburg Zilly und Schäfers Hof Osterwieck ging es gerade 2014 dank vieler Förderungen durch Leader, Bund und Land voran." Mit Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer (SPD) wurde - wie zuvor in der Lutherstadt - nochmals eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Vermarktung der Reformationsfeierlichkeiten unterzeichnet.

"Die Stadt baut Brücken auch über die Grenzen des Landkreises hinaus", hatte sich zuvor schon Landrat Martin Skiebe (CDU) angesichts der Gästeschar gefreut. So waren u. a. die Stadtchefs von Halberstadt, Blankenburg, Hornburg und Schladen sowie Bundes- und Landtagspolitiker gekommen.

"`Unsere Kinder´ - diese Botschaft möge auf 2015 ausstrahlen", erklärte Wagenführ zum Abschluss. Sie rief zum "Kindermonat" im Juni mit vielen Aktionen auf. Sozialminister Bischoff habe zugesagt, die Patenschaft zu übernehmen.

   

Bilder