Quedlinburg/Westerhausen l Sind militante Mobilfunkgegner am Werk? Rächt sich womöglich ein Ex-Mitarbeiter bei seinem alten Arbeitgeber? Oder trägt vielleicht ein verärgerter Kunde seinen Dissens mit dem Mobilfunk-Vertragspartner mit brachialer Gewalt aus? Fragen, mit denen sich gegenwärtig Ermittler des Harzer Polizeireviers beschäftigen. Anlass ist eine Häufung von Anschlägen auf Mobilfunkanlagen im Raum Quedlinburg. In den vergangenen Wochen haben dort Unbekannte sieben Mal Sendeanlagen von Anbietern mutwillig zerstört.

"Wir tappen im Moment noch völlig im Dunkeln", räumte der Halberstädter Polizeisprecher Peter Pogunke ein. Der oder die Täter hätten bislang stets in den Abend- oder Nachtstunden zugeschlagen und konnten anschließend unerkannt fliehen. Zuletzt in der Nacht zum Sonnabend, als zwischen 2.50 und 4.30 Uhr im Thalenser Ortsteil Westerhausen gleich zwei Sendeanlagen "abgeschaltet" wurden.

Im ersten Fall durchtrennten die Täter in der Halberstädter Straße neun Zu- und Ableitungskabel zum Sendemast, indem sie die Leitungen kurzerhand zerhackten. Wenig später schlugen die Täter Am Mühlberg gleich noch einmal zu. Sie überstiegen laut Polizei den Zaun einer Wasserwirtschaftsanlage, auf deren Dach die Sendetechnik installiert ist. Anschließend wurden vier Kabel der Stromversorgung für Richtfunk und Antenne mittels Kabelschneider durchtrennt. Zudem wurden mehrere Leitungen am Stromverteilerkasten gekappt, so Polizeisprecher Pogunke.

Zur genauen Höhe des Schadens können die Ermittler ebensowenig sagen wie zu den Auswirkungen. "Wir gehen von mindestens 1000 Euro aus und vermuten Einschränkungen bei Mobilfunk und Internetversorgung via Funk", hieß es.

Nach den jüngsten Taten seien Parallelen zu anderen Anschlägen in den vergangenen Wochen unverkennbar. Dabei ist auffällig, dass die Täter immer professionell agieren, ohne sich selbst beim Trennen von spannungsführenden Kabeln zu gefährden. Eine Focussierung auf einen bestimmten Mobilfunkanbieter scheint es nicht zu geben. Dafür konzentrieren sich die Täter jedoch auf den Raum Quedlinburg und schlugen immer wieder in diesem Bereich zu. So beispielsweise Anfang Januar, als binnen weniger Tage drei Mobilfunkanlagen in Westerhausen und Quedlinburg mittels Seitenschneider vom Netz genommen wurden.

Die Polizei in Quedlinburg hofft bei ihren Ermittlungen auf Zeugenhinweise.

Hinweise bitte unter Telefon (0 39 46) 97 72 91