Der "Walter-Krienitz-Gedenkpreis" und der "Doktorandenpreis" 2014 sind verliehen worden. Der Halberstädter Krienitz Verein würdigt damit jedes Jahr herausragende medizinische Leistungen.

Zerbst l Im feierlichen Rahmen des Fasch-Saales der Stadthalle Zerbst ist am Freitag der "Walter-Krienitz-Gedenkpreis" und der "Doktorandenpreis" des Halberstädter Vereins für 2014 verliehen worden. Vereinsvorsitzender Prof. Dr. Steffen Rickes begrüßte dazu auch die Enkelkinder des Halberstädter Arztes Dr. Walter Krienitz (1876-1943), der 1906 als einer der Ersten Magenbakterien beschrieb. Daran anknüpfend würdigt der 2007 gegründete Verein jedes Jahr herausragende Leistungen, die zum Erkenntnisfortschritt in der Medizin beitragen.

Der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) erinnerte in seiner Begrüßung an das gleiche Schicksal, das seine Stadt wie Halberstadt im April 1945 mit dem Bombenangriff getroffen habe. An die schicksalhaften Tage vor 70 Jahren werde in Kürze gedacht.

Den "Walter-Krienitz-Gedenkpreis" erhielt Privatdozent Dr. Jörn M. Schattenberg vom Universitätsklinikum Mainz für seine Forschung mit Bezug zu neuen Therapieansätzen bei Patienten mit bösartigen Tumoren des Magens und des Übergangs zur Speiseröhre.

"Beide Preisträger wurden von einer unabhängigen Jury ausgewählt, der keine Vereinsmitglieder angehörten."

Prof. Dr. Steffen Rickes

Den "Doktorandenpreis" des Vereins erhielt Dr. Nicole Strugala vom Universitätsklinikum Magdeburg. Sie entwickelte mit ihrem Team neue Therapieempfehlungen bei Tumoren am Blinddarm. "Beide Preisträger wurden von einer unabhängigen Jury ausgewählt, der keine Vereinsmitglieder angehörten", betonte Rickes. Neben Urkunde und einem Preisgeld gab es Pokale mit dem Krienitz-Bildnis von der Glasmanufaktur Derenburg.

Zum Thema "Das Schloss Zerbst im Wandel der Zeiten" hielt Dirk Herrmann, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Zerbst, den Festvortrag. Das einmal dreiflüglige, über 200 Räume umfassende Fürstenschloss habe sich einst in Sachen Ausstattung mit den Schlössern in Berlin und Potsdam messen können, sagte er. Bis Anfang 1744 bewohnte Prinzessin Sophie Auguste Friederike (1729-1797), die spätere Kaiserin Katharina II. von Russland, das Schloss.

Nach der Bombardierung und Sprengung des Schlosses versucht der Verein nun seit elf Jahren erfolgreich einen Schlossflügel zu sichern. Nur noch vom Ostflügel und einem Fünftel des Haupttraktes stehen die Mauern. Nach und nach ermöglichten Arbeitseinsätze des Vereins und Fördermittel den Einbau provisorischer Fenster, neuer Zwischendecken und einer behelfsmäßigen Dachabdeckung. Letztere muss noch vollendet werden. Einige Räume könnten teils mit Folienfotos oder Stoffbespannung zu Ausstellungszwecken wieder hergerichtet werden.

Anlässlich des 70. Jahrestages der Zerstörung soll am 19. April eine Ausstellung eröffnet werden, kündigte Dirk Herrmann an. Schlossführungen sind im Sommerhalbjahr möglich.

Kulturell wurde der Festakt von Schülern des "Francisceums" begleitet, die in zeitgenössischen Kostümen an die Geschichte ihres Gymnasiums erinnerten. 1526 in einem früheren Franziskanerkloster gegründet, ist sie die älteste weiterführende Schule in Sachsen-Anhalt. Neben dieser Schule befand sich von 1582 bis 1798, also über 200 Jahre, in den Klostermauern die Anhaltische Landesuniversität. Der Dessauer Fürst Leopold Friedrich Franz nahm die Schule, die den Namen seines Gründers und Förderers trägt, in besonderem Maße in seine landesväterlichen Fürsorge.

"Ihr habt eurer Schule alle Ehre gemacht", so Rickes nach dem Programm bei der Übergabe eines Dankeschön-Schecks. Die Gäste seien schlichtweg begeistert gewesen.

Geschäftsführerin Elisabeth Maas vom Helios Klinikum Zerbst/Anhalt hob die Entwicklung ihres Hauses hervor, das 1985 mit 46 Betten begann und heute mit 200 Betten jährlich über 8000 Patienten stationär betreut. Sie enthüllte mit Steffen Rickes im Schloss eine gemeinsame Spendentafel der Klinik und des Krienitz-Vereins.

Der Halberstädter Mediziner wurde vor Kurzem in den deutschlandweiten Medizinischen Beirat der Helios Kliniken berufen und ist damit für die Kliniken der Region Mitte zuständig.