Quedlinburg (dl) l Am Tag nach dem Platzen der Verkaufsverhandlungen für das Kurzentrum in Bad Suderode schöpft der Quedlinburger Oberbürgermeister Eberhard Brecht neue Hoffnung: "Vielleicht ergibt sich nun ja die Chance, losgelöst vom reglementierten Bieterverfahren in freien Verhandlungen zum Ziel zu kommen", so der SPD-Politiker am Mittwoch zur Volksstimme. Was klingt, als hätte er neue Interessenten am Tisch sitzen, wollte Brecht nicht kommentieren: "Ich schließe erste Reaktionen nicht aus, werde mich aber nicht im Detail äußern."

Tags zuvor hatte Brecht darüber informiert, dass die Verhandlungen zur Privatisierung des Kurzentrums mit dem letzten Bieter gescheitert seien. Warum auch der zweite Anlauf ohne Erfolg blieb, ist im Detail unklar. Brecht signalisierte, dass sich der Interessent zuletzt nicht mehr in der Lage sah, die Investitionen allein zu stemmen und er die Kommune mit ins Boot holen wollte. Genau das Gegenteil sei Ziel der Privatisierung gewesen.

Experten sehen einen hohen Investitionsbedarf, um das 1996 eröffnete Kurzentrum, das nie schwarze Zahlen geschrieben hat, gewinnbringend zu betreiben. Vor diesem Hintergrund fordert die frühere Bad Suderöder Bürgermeisterin Bianka Kachel, bei weiteren Verkaufsverhandlungen größere Zugeständnisse: "Das Land muss einsehen, dass man die Immobilie fast verschenken muss", so die SPD-Politikerin, die einst wichtige Weichen für den Bau des Kurzentrums stellte. Das Land hat zur Defizitkompensation weit über 16 Millionen Euro gegeben.