Ein neues Projekt ist in der Stadtverwaltung gestartet. Eine Auszubildende wird in Nordirland Erfahrungen als Schulsekretärin sammeln.

Halberstadt l Mit einem Praktikum einer Auszubildenden in Nordirland startet die Stadtverwaltung ein Pilotprojekt. Belinda Müller beendet im Sommer in Halberstadt ihre dreijährige Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. Für vier Wochen wird sie jetzt in der Stadt Cookstown in Nordirland in einem Schulsekretariat arbeiten.

Möglich wurde dieses Vorhaben dank der Organisation und Förderung durch den Europäischen Bildungsverbund. Wie Geschäftsführer Ralph Angerstein vom Institut für Zukunftsorientierte ArbeitsGestaltung (IZAG) bestätigte, sei bei Kommunalverwaltungen solch ein Auslandspraktikum noch nicht verbreitet. Der Bildungsverbund bemühe sich bundesweit um die Entwicklung von solch praktischen Erfahrungsaustauschen im europäischen Ausland. Bisher hätten vor allem Industrie- und Handwerksbetriebe solche Möglichkeiten genutzt.

Dank EU-Zuschüssen werden die Reise- und Aufenthaltskosten größtenteils übernommen. Der Jugendliche und der jeweilige Betrieb müssten sich jedoch trotzdem finanziell beteiligen.

Die 23-jährige Mahndorferin hat in ihrer bisherigen Ausbildung schon viele Abteilungen durchlaufen. "Vor allem im Bürgerbüro und im Ordnungsamt hat es mir besonders gefallen", berichtete sie. Ordnung liege ihr von zu Hause aus. Schließlich sei ihr Vater Polizeibeamter.

"Ich kenne jemanden, der hat die Unterkunft bei den Gasteltern in der nordirischen Kleinstadt schon genutzt." So macht sie sich entspannt auf den Weg, der am Sonnabend auf einem Berliner Flughafen beginnt. "In den nächsten vier Wochen muss ich den ganzen Tag Englisch sprechen", sagt die Auszubildende. Das könne insgesamt sehr nützlich sein.

Um sich besser auf den neuen Arbeitsplatz vorzubereiten, hat sie in den vergangenen Tagen noch einen Einsatz im Büro der Miriam-Lundner-Schule absolviert. Den Kontakt nach Halberstadt will Belinda Müller auch mithilfe eines Internet-Tagebuchs halten, das sie mit der Halberstadt-Seite verlinken will. Für ihren Einsatz wünschten Fachbereichsleiter Peter Kuschel und Personalchefin Christina Wagner zum Abschied alles Gute.

Künftig könne solch ein Auslandspraktikum auch ein gutes Argument für ein Ausbildungsangebot in einem bestimmten Unternehmen oder einer Institution sein, ist sich Ralph Angerstein sicher. Die Bewerberzahlen gehen überall zurück. Das weiß auch Peter Kuschel. In der Stadtverwaltung konnten Ausbildungsberufe wie Medieninformatik, Tourismus-Kaufmann und Archivassistent nicht besetzt werden. In Sachen Berufsorientierung müsse man sich künftig mehr einfallen lassen.