Die Einwohnerzahl der Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck ist 2014 leicht gestiegen. Zurückzuführen ist das vor allem auf vermehrte Zuzüge und weniger Sterbefälle als in früheren Jahren.

Stadt Osterwieck l 11 727 Einwohner weist unterm Strich die interne Einwohnerstatistik der Osterwiecker Meldestelle aus, vier Einwohner mehr als im Vorjahr. Dass damit der allgemeine Negativtrend zumindest vorübergehend gestoppt werden konnte, liegt vor allem am verstärkten Zuzug. 410 Zuzügen standen 384 Wegzüge gegenüber. Die Hälfte aller 20 Orte lag zum 31. Dezember 2014 mit den Zuzügen im Plus. Ganz besonders aber die Kernstadt Osterwieck, wo 209 Zuzüge bei nur 144 Wegzügen registriert wurden.

Positives gibt es auch über die Zahl der jungen Erdenbürger zu berichten. Sie stieg von 80 im Vorjahr auf 95 an. Das ist zwar noch kein Spitzenwert - 2012 waren es 100 und von 2000 bis 2004 regelmäßig sogar über 100 - zeigt aber, dass auch in den nächsten Jahren jeder Kindergartenplatz benötigt wird. Ganz besonders werden sich darüber die Zillyer freuen. Nach einem Jahr Durststrecke kamen dort 2014 gleich sieben Neugeborene an. Trotzdem gibt es auch Sorgenfalten: die Einzugsbereiche der Kitas Bühne, Rohrsheim und Wülperode hatten nicht nur 2014, sondern auch schon im Vorjahr nur geringe Geburtenzahlen bis maximal zwei Kinder.

Zilly gehört zu den sechs Orten (außerdem Berßel, Deersheim, Hoppenstedt, Rhoden und Veltheim), in denen es voriges Jahr mehr Geburten als Sterbefälle gab. Wobei auch die sieben Neugeborenen in Veltheim für das Fallsteindorf sehr viel sind. Schon im Vorjahr hatte es dort fünf neue Erdenbürger gegeben.

Mit 95 Neugeborenen konnte die Zahl der Sterbefälle aber insgesamt nicht kompensiert werden. Sie lag bei 117, was der geringste Wert der letzten 15 Jahre ist.

Unterm Strich konnte die Hälfte der Orte ihre Einwohnerzahl erhöhen. Allen voran Osterwieck mit einem Plus von 49. Aber auch der Anstieg in Osterode von 172 auf 180 ist, relativ gesehen, bemerkenswert. Auf der Kehrseite gibt es Orte mit besorgniserregender Entwicklung. So hat Dardesheim weitere 23 Einwohner verloren. In der Stadt, wie sie sich nun wieder nennen darf, leben nur noch 760 Menschen. 1996 waren es noch über 1000 gewesen. Hält der Trend an, ist Dardesheim bald kleiner als sein Nachbarort Deersheim, der früher über 100 Köpfe weniger als die Stadt zählte. Zilly einschließlich Sonnenburg hat eine ähnliche Entwicklung hinter sich. Hier lebten 1996 ebenfalls noch über 1000 Menschen. Der Einwohnerverlust 2014 blieb aber moderat.

Der Trend insgesamt ist positiv. Trotzdem gibt es vom städtischen Ordnungsamt wie jedes Jahr den Hinweis, dass die Statistik nur intern auf der Grundlage des Melderegisters erstellt ist. Das Statistische Landesamt weist die offizielle Einwohnerzahl von Ende 2013 (eine aktuellere gibt es nicht) mit lediglich 11 380 aus. Das sind 343 Personen weniger. Über den Grund lässt sich nur spekulieren. Grundlage der Landesstatistik ist der Zensus 2011, der aber keine richtige Volkszählung war wie zuletzt 1981, sondern nur eine Hochrechnung und von vielen Gemeinden daher kritisch gesehen wird - bis hin zur Klage. Im Ergebnis waren nämlich überwiegend geringere Bevölkerungszahlen herausgekommen. Letztendlich hängen von den amtlichen Zahlen wiederum die finanziellen Zuweisungen der Kommunen ab.

Das Landesamt weist zudem traditionell nur Zahlen für die gesamte Einheitsgemeinde, nicht aber für die einzelnen Ortschaften aus.