An die Geburtstage eines jeden Monats wird im Deersheimer Seniorenclub immer gedacht. Der 70. von Regina Schröder ist aber schon ein besonderer. Sie leitet die Gruppe seit 23 Jahren.

Deersheim l Inzwischen ist Regina Schröder nicht mehr die Jüngste unter den Clubmitgliedern. "Das ist auch ein schönes Gefühl, wenn man sieht, dass es Nachfolger gibt", betrachtet die Jubilarin die 70 locker. Doch eine der Jüngsten ist sie nach wie vor, und junggeblieben sowieso. Ans Aufhören als Organisatorin des Seniorenclubs denkt sie ebensowenig wie bei ihrer zweiten Leidenschaft, dem Seniorentanz.

"Wir haben ihr viel zu verdanken", betont Gerlinde Jahn, die ebenfalls "ewig" zu den monatlichen Treffen kommt. "Mit ihr steht und fällt alles." Regina Schröder mag das nicht hören. Sie freut sich, dass sie die Aufgaben auf viele Schultern verteilen kann und ihr Ehrenamt so nicht zur Belastung wird, sondern Freude ist.

Schröder war erst Ende 40, als sie sich bereits der Seniorenarbeit widmete. Es war die Nachwendezeit, als vieles unsicher wurde. Es sollte ein zweites Standbein sein, mit der Option vielleicht hauptamtlich Seniorenarbeit zu leisten. Zu der Zeit kam Regina Schröder auch zum Seniorentanz, leitete zwischenzeitlich Gruppen in Berßel und Hessen sowie jetzt in Osterwieck. In Deersheim kommen Seniorentanzgruppen heute sogar sechs Mal im Monat zusammen.

Regina Schröder kommt aus der Kinderbetreuung. Seit 1968 arbeitete sie in Deersheim als Leiter in der Kinderkrippe und später der Tagesstätte, ehe sie 2006 in den Ruhestand ging. Die Zweifel, die sie vor den langen Tagen ohne Arbeit hatte, waren unbegründet. Vor allem dank ihrer Seniorenarbeit.

Der Club kommt monatlich zusammen. 33 Mitglieder haben sich eingetragen, bei den Treffen sind es meist um die 26 bis 28 Personen. Kaffee und Kuchen gibt es dort, viel zu erzählen und immer auch ein Thema. Heimatgeschichte zum Beispiel oder Gedächtnistraining. Oder es wird getanzt. "Tanzen ist das Beste, was man im Alter machen kann. Gut für Körper und Geist", erklärt Gerlinde Jahn.

Mehr als die Hälfte der (überwiegend) Frauen ist schon von Anfang an dabei und möchte diese Zusammenkünfte nicht missen. Einer der wenigen Männer in der Runde ist Horst Wondzinski, ein Halberstädter mit Deersheimer Wurzeln, der vor Jahren durch ein Klassentreffen wieder Kontakt hierher fand. Darüber hinaus gibt es noch die Seniorenfrühstücke und gemeinsamen Ausflüge in die Region. Oder die Dorffeste, in die sich die Senioren mit ihrem selbstgebackenen Kuchen einbringen.

"Wir sind der Stadt sehr dankbar, dass wir das Dorfgemeinschaftshaus nutzen können", betont Regina Schröder. Denn hier spielt sich das organisierte Seniorenleben ab.