Engagiert setzen sich Mitglieder des Fördervereins Diesterwegschule und Sargstedter Siedlung für den Ortsteil und die Zukunft des Schulstandortes ein. Auf der jüngsten Sitzung hat die Aktion "Rettet das Schul- und Kitaprojekt" im Mittelpunkt gestanden.

Halberstadt l Schlechte Noten sind am Donnerstagabend in der Diesterweg-Grundschule vergeben worden. Allerdings nicht an die Schüler. Empfänger war die Stadt Halberstadt. Auf der ersten Sitzung im neuen Jahr befassten sich Vereinsmitglieder und andere interessierte Siedler mit der Reaktion der Stadtverwaltung auf die im Dezember im Stadtrat gestellten Anfragen. Die Antworten waren am selben Tag eingetroffen.

"Wir haben den Weg in die Ratssitzung gewählt, weil lange nichts passiert ist und wir nichts mehr gehört haben, was unsere Schule betrifft", so Vorsitzender Dieter Krone. Da sich der Verein nicht nur der Zukunft von Schule und Kindertagesstätte, sondern der des größten Halberstädter Stadtteils insgesamt widmet, habe man auch nach dem Bau eines Rad-/Fußweges im dicht besiedelten Sargstedter Weg gefragt.

Die Antworten nennt Dieter Krone "mit der heißen Nadel gestrickt". Klaus Meißner benotet sie mit unzureichend. Da werde informiert, dass die EU-Förderrichtlinien noch nicht bekannt seien und die Anträge erst danach gestellt werden könnten. "Wichtig ist doch, und so stand es in der Volksstimme, dass Gelder nicht für Neubauten, sondern für die Sanierung ausgereicht werden", bringt es das Vorstandsmitglied auf den Punkt.

"Weil wir aber in den letzten Jahren immer wieder hinten runter gefallen sind, wäre es an der Zeit, dass wir endlich mal berücksichtigt werden."

Vereinsvorsitzender Dieter Krone

Dieses Kriterium müsste beim Setzen von Prioritäten eine große Rolle spielen. Unverständnis herrsche bei ihm da-rüber, dass in Quedlinburg und Thale Schulen Anträge auf Sanierung gestellt haben, die erst vor Jahren neu gebaut wurden. "Da haben doch ganz andere Bedarf." In dem Zusammenhang wurde diskutiert, dass bei den Fördermitteln der Bedarf zwar Priorität habe, man sich des Eindruckes aber nicht erwehren könne, dass andere Städte eine stärkere Lobby haben oder durch politische Entscheidungen eine andere Wertigkeit bekommen.

Dieter Krone stellte fest, dass seines Wissens die Richtlinien für Fördermittel 2015 noch nicht feststehen und er erst Mitte des Jahres mit einem qualifizierten Fördermittelplan rechnet. Er verkenne jedoch nicht, dass im Land Sachsen-Anhalt viele Einrichtungen Bedarf auf die EU-Fördermittel anmelden werden. "Weil wir aber in den letzten Jahren immer wieder hinten runter gefallen sind, wäre es an der Zeit, dass wir endlich mal berücksichtigt werden", wünscht er sich. Deshalb wolle man nicht locker lassen. Krone unterstützt die Forderung von Klaus Meißner, dass der Förderverein künftig immer mit einbezogen werden soll, wenn es um die Siedlung, die Schule und die Kindertagesstätte geht.

"Beide sehen wir als einen Komplex, für den eine Lösung dringend notwendig ist", so Krone. "Wir möchten genau wissen, was passieren soll und wie hoch die Kosten für vorgesehene Bauvorhaben ausfallen." Deshalb will der Verein das Magdeburger Planungsbüro kontaktieren, um Genaues über die Planungen zu erfahren, auf dem Laufenden und aussagefähig zu sein.

Zur Unterstützung der Aktion "Rettet das Schul- und Kitaprojekt" wurde vorgeschlagen, analog solch erfolgreicher Initiativen wie Dachziegel für die Martinikirche oder Steine für die Ratslaube mit einem Verkauf von Dachziegeln nicht nur Geld einzunehmen, das für einen Eigenanteil der Stadt bei bewilligter Förderung genutzt werden könnte. Über rechtliche Grundlagen und die Herangehensweise bei solcher Aktion mit Symbolkraft wolle man sich umgehend informieren.

Viel Zeit widmete man dem Siedler-, Schul- und Schützenfest, das sich inzwischen zu einem dreitägigen Stadtfest entwickelt hat, und der erfolgreich verlaufenen Veranstaltung am 3. Oktober als einziger in Halberstadt zum Tag der Deutschen Einheit.

"Wir sind den über 120 Sponsoren dankbar für die Unterstützung, ohne die wir unsere Aktivitäten nicht hätten realisieren können", sagt Krone.