Ein Mitspracherecht beim geplanten Neubau der Goldbachbrücke fordern Ortschaftsräte in Langenstein. Etwa 800 000 Euro sind für das Vorhaben, das in der zweiten Jahreshälfte starten soll, veranschlagt worden.

Langenstein (dku) l Die marode Goldbachbrücke in Langenstein soll mit der Straßensanierung ab Mitte des Jahres erneuert werden. Verantwortlich für das Vorhaben ist die Landreisverwaltung. Der Ortsteil beziehungsweise die Stadtverwaltung Halberstadt muss sich jedoch bei dem Ersatzneubau mit rund 100 000 Euro am Ausbau der Gehwege und der Straßenbeleuchtung beteiligen. Die Baukostten sollen sich laut Kreisverwaltung auf insgesamt 800 000 Euro belaufen.

In der Sitzung des Ortschaftsrates berieten die Ratsmitglieder über einen entsprechenden Ausführungsbeschluss. "Wir sind in Halberstadt in einer vorläufigen Haushaltsführung und müssen einen separaten Beschluss fassen, um das Vorhaben anzugehen", erläuterte Ortsbürgermeister Jürgen Meenken (CDU). "Bei einem Ortstermin wurde das Vorhaben kürzlich 37 anwesenden Bürger erläutert."

Während des Bauvorhabens sollen ab August auch die angrenzenden Bereiche der Kreisstraße sowie die Kreuzung zur Straße "Am Sommerbad" ausgebaut werden. Das jetzige Brückenbauwerk befindet sich in desolatem Zustand. Die Tragfähigkeit ist nicht mehr ausreichend gegeben und der Querschnitt der Straße musste bereits verringert werden. Durch die Verkehrseinschränkung besteht ein erhöhtes Unfallpotenzial, hieß es in der Sitzung.

"Wir wollen vorab sehen, wie die Brücke und das Geländer aussehen, damit die auch zu unserem Ort passen."

Ratsmitglied Cordula von Rhade

Mit dem Bauvorhaben soll nun die Sicherheit verbessert werden. Für den regen Fußgängerverkehr zwischen nördlichem und südlichem Ortsteil verbessern sich ebenfalls die Bedingungen, besonders unter Berücksichtigung der Bedürfnisse Behinderter, wurde weiter informiert. Die Fahrbahnbreite soll in diesem bereich künftig zwischen sechs und sechseinhalb Meter betragen.

Auf der Nordseite ist ein bis zu 2,30 Meter breiter Fußweg vorgesehen. Diese Breiten werden auf Grund mehrerer Zwangspunkte jedoch auch unterschritten, betonen die Planer. Der Radverkehr wird auf der Fahrbahn geführt. Für Fußgänger werden mehrere Querungsstellen mit abgesenktem Bord vorgesehen.

Durch die Verbreiterung des Querschnittes beziehungsweise die Beseitigung der Fahrbahneinengung auf der Brücke und die Aufweitung der Kreuzung "Am Sommerbad" kann die Verkehrsqualität und -sicherheit für den Autofahrer und auch Radfahrer erhöht werden.

Bereits die Anwesenheit von gut einem Dutzend interessierten Bürgern zur Ratssitzung im Landhotel auf dem Schäferhof machte deutlich, wie sehr den Langensteinern das über viele Monate geplante Bauvorhaben am Herzen liegt. Cordula von Rhade (CDU) forderte, dass sie und alle anderen Ratsmitglieder sowie die Bürger Einblick in die konkreten Planungen der Brücke bekommen. "Wir wollen vorab sehen, wie die Brücke samt Geländer gestaltet wird. Sie sollte nämlich zu unserem Ort passen", sagte Cordula von Rhade.

Ortsbürgermeister Jürgen Meenken erinnerte daran, dass bereits beschlossen sei, eine Arbeitsgruppe zum Bauvorhaben zu bilden. "Dort wollen wir auch über das Geländer sprechen." Das Bauvorhaben werde aus Kostengründen erst im August starten, um die Investition auf zwei Haushaltsjahre zu strecken.

"Die Umleitungsstrecke aus Richtung Böhnshausen wird nicht funktionieren!"

Ratsmitglied Steffen Graßmay

Ratsmitglied Steffen Graßmay (CDU) betonte: "Die Umleitungsstrecke aus Richtung Böhnshausen wird nicht funktionieren." Dort sei die Zufahrt viel zu eng, sodass kein Begegnungsverkehr möglich ist. Da könne wohl nur eine Ampel helfen. Das Problem würden auch viele andere Langensteiner sehen.

Dennoch wurde in der Sitzung dem Ausführungsbeschluss mit der Langensteiner Finanzanteil zugestimmt und zur weitere Beschlussfassung an den Stadtrat verwiesen.