Das Kindermusical "Harzflimmern" hatte vor drei Wochen nach dem Osterwiecker Neujahrsempfang für Aufsehen gesorgt. Eigentlich sollte das die einzige Aufführung sein. Nun wird es eine zusätzliche Vorstellung am 22. Februar geben.

Osterwieck l "Das Feedback war grandios", freut sich Lars Kohn für die 24 mitwirkenden Kinder. Keiner weiß besser, wieviel Schweiß in dem halben Jahr geflossen ist, um die Tänze, Turnelemente, Texte und Gesangsstücke einzustudieren. Mindestens jedes zweite Wochenende wurde für drei bis fünf Stunden in Kohns Osterwiecker Fitnessstudio trainiert. Eine Belastung auch für die Eltern, die ihre Sprösslinge zum Training chauffierten. Ein Viertel der Kinder kommt von außerhalb.

"Wir haben gleich vier Angebote für weitere Auftritte bekommen", berichtet Lars Kohn. Vom Osterwiecker Lutherfest im Mai bis zum Bürgerfrühstück in Wernigerode. Doch daraus wird nichts. Nur am Sonntag, 22. Februar, gibt es noch eine Aufführung. Sie beginnt um 15 Uhr in der Osterwiecker kleinen Turnhalle.

Rund 300 Besucher hatten die erste Vorstellung, damals in der großen Halle, gesehen. Sogar der Sozialminister und der Landrat befanden sich darunter. Jetzt werden wieder 300 Stühle aufgestellt. Glückliche Fügung ist es, dass die kleine Halle noch vom Karnevalsverein eingerichtet ist.

Dass dies für das Publikum die letzte Chance ist, die Kinder aus den zweiten bis fünften Klassen bei "Harzflimmern" zu sehen, hat mehrere Gründe. Das Projekt, aus dem auch die Trainer Lars Kohn als ausgebildeter Bühnentänzer und der Schauspieler Enrico Scheffler aus Aschersleben bezahlt wurden, ist ausgelaufen. Um in Tanz und Text fit zu bleiben, müssten die Kinder über Monate weitertrainieren, was die Trainer auch zeitlich wegen anderer beruflicher Verpflichtungen nicht leisten könnten. Die Eltern wären ebenfalls weiter gefordert. Nicht zuletzt geht es um die Bühne und deren Technik von Licht bis Mikrofonen, die für Auftritte gemietet werden müssen. Wenn jetzt am 22. Februar der Eintritt wieder frei ist, haben das die Besucher Sponsoren zu verdanken, die die Leihgebühren übernehmen.

Träger des Tanzprojekts war der Bad-Harzburger Verein Kunstkarussell. Gefördert wurde dieses aus einem Programm des Bundesbildungsministeriums für außerschulische Angebote der kulturellen Bildung.

Doch es gibt Hoffnung auf ein Wiedersehen auf der Bühne vielleicht im nächsten Schuljahr. Das Förderprogramm beinhaltet auch ein noch größeres Tanzprojekt, das sogar über ein ganzes Jahr laufen würde. Der Verein Kunstkarussell beabsichtigt, das zu beantragen. Dann stünde zum Abschluss vielleicht sogar eine Aufführung in einem richtigen Theater bevor. Ein Theater haben die 24 Kinder übrigens auch jetzt schon kennengelernt. Bestandteil des Projekts war ein Theaterbesuch. Dabei sahen die Teilnehmer im Dezember in Halberstadt das Kinderballett "Schwanenkönig".