Halberstadt/Magdeburg l Trotz vieler Großbaustellen im Fernverkehr bleibt die Deutsche Bahn AG bei ihren Planungen: Sie will die Eisenbahnstrecke zwischen Halberstadt und Magdeburg ausbauen. Insgesamt sind Investitionen von 45 Millionen Euro vorgesehen, teilte Alexander Kaczmarek, DB-Konzernbevollmächtigter für das Land Sachsen-Anhalt, auf Nachfrage der Volksstimme mit.

Bei einem Pressegespräch in der Vorwoche in Magdeburg erläuterte Kaczmarek, dass der Streckenabschnitt Halberstadt-Magdeburg auf eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde ausgebaut werden soll. Bisher ist auf diesem, nicht elektrifizierten und größtenteils eingleisigen Abschnitt maximal Tempo 100 km/h erlaubt. Drei zweigleisige Abschnitte und zwei Kreuzungsbahnhöfe sichern den fahrplanmäßigen Betrieb.

Ausbau bedeutet jedoch auch einen gewissen Rückbau. Statt der bislang 15 Haltepunkte und Bahnhöfe auf dem Abschnitt zwischen der Domstadt und Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt soll es künftig nur noch sieben Haltestationen geben. "Damit sichern wir eine Fahrzeit von 40 Minuten zwischen beiden Städten", begründete Alexander Kaczmarek.

Ob der ursprüngliche Zeitplan für den Ausbau bis 2017 gehalten werden könne, so der Konzernbevollmächtigte weiter, steht noch nicht fest. Für das Jahr 2018 ist eine Neuausschreibung des gesamten Nordharz-Streckennetzes vorgesehen. Dieses wird gegenwärtig vom HarzElbeExpress (HEX - Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt GmbH) betrieben.

Wie auf der Pressekonferenz weiter informiert wurde, sollen bereits ab Dezember dieses Jahres HEX-Züge zwischen Halle, Halberstadt und Goslar fahren. Damit werden die bisherigen Neigetechnikzüge der Deutschen Bahn abgelöst. Zwischen Halberstadt und Halle sind zweistündlich Fahrzeiten von 70 Minuten geplant.

Der bisher durchgehende Zugverkehr zwischen den Städten Halle und Halberstadt in Sachsen-Anhalt sowie Hannover in Niedersachsen ist bereits Geschichte. Der HEX fährt künftig stündlich nur noch bis zur niedersächsischen Kreisstadt Goslar. Dort werden dann Umsteigemöglichkeiten nach Hildesheim, Göttingen und Hanover angeboten. Wie bei dem Treffen mit Bahnexperten dazu erläutert wurde, hätte das Land Niedersachsen den bisherigen Verkehrsvertrag für eine durchgehende Zugverbindung von Halle über Halberstadt nach Hannover nicht verlängert. Daraufhin wurde von einem Teilnehmer der Gesprächsrunde kritisiert: "Die Touristen aus Richtung Hannover sollen wohl in Goslar bleiben und nicht weiter in den Ostharz reisen."