Adersleben l Die Verlesung des Rechenschaftsberichtes der Ortswehrleitung übernahm am zurückliegenden Sonnabend Stellvertreter André Stwertetschka. Die Ausführungen gingen ihm recht schnell von der Hand, denn die 14 Aktiven - zu denen sich zwei Mitglieder der Altersabteilung gesellen - hatten nur zwei Einsätze im letzten Jahr zu absolvieren. Das waren ein Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person und ein Kleinbrand in einem alten Silo.

Stwertetschka verwies auf 80 Stunden, die die Kameraden in die Aus- und Weiterbildung investiert haben. "Wir haben uns hier 14-tägig getroffen", erklärte er. "Lehrgänge konnte allerdings niemand besuchen. Die weitere Vorausplanung der Termine lässt sich oft nicht mit den Arbeitsverpflichtungen in Einklang bringen." Die meisten Ausbildungsabende leitete der stellvertretende Wehrleiter der Aderslebener dabei persönlich. Wohlwollend wurde von den Gastgebern das Angebot der Wegelebener Kameraden aufgenommen, die Übungsabende gemeinsam zu absolvieren. Jens kappe, der stellvertretende Wehrleiter der Wegelebener unterstrich dieses Angebot noch einmal an diesem Abend.

Die nachfolgende Diskussion nahm einen Großteil der Veranstaltung ein. Hier meldeten sich die Gäste zu Wort, unter denen Vertreter sämtlicher Wehren der Stadt Wegeleben waren. "Es ist schön zu sehen, dass die Kameradschaft untereinander gelebt wird", befand Stwertetschka angesichts der Vielzahl der Besucher. Er stellte aber auch fest, dass künftig ein noch engerer Kontakt wünschenswert wäre. "Wir haben in den zurückliegenden Jahren viele gemeinsame Übungen absolviert, das ist doch etwas eingeschlafen", sagte er. "Auch gemeinsame Unternehmungen sollten wieder vermehrt angepeilt werden."

Herbert Stibane, Chef der Ortswehr in Rodersdorf bot daraufhin spontan an, einen Kegelabend zu planen. "Den könnten wir bei uns in Rodersdorf veranstalten", schlug er vor. Auch er sehe die Notwendigkeit, den Begriff Kameradschaft mit Leben zu erfüllen. Hans-Heinrich Rieke, von der ortsansässigen Firma Kartoffel-Böhmer, bot die Möglichkeiten von Übungseinsätzen auf dem Betriebsgelände an. "Für uns ist es wichtig, eine gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr zu haben", sagte er. "In einem Notfall sollten die Wehrleute schnell und zuverlässig handeln können. Das ist auch in unserem Interesse." Spontan sagte er zu, einen Kameraden für Weiterbildungsverpflichtungen von der Arbeit freizustellen.

Altgediente Kameraden können sich organisieren

Karl-Heinz Jordan, Mitglied der Aderslebener Altersabteilung, äußerte danach eine interessante Frage. "Die Aktionen der Altersabteilungen im Vorharz sind merklich zurückgegangen", befand er. "In letzter Zeit ist gar nichts mehr passiert. Bleibt das in Zukunft so?"

Jürgen Kamm, der Verbandsgemeinde-Wehrleiter wusste darauf sofort eine Antwort. "Die Aktionen wurden bislang über den Kreisverband organisiert", erklärte er. "Da passiert in der Tat zurzeit recht wenig. Wir haben die Möglichkeit, eine zentrale Altersabteilung in der Verbandsgemeinde zu installieren." Bislang werde diese aber nicht genutzt.

Die Ausführungen ließen die Anwesenden hellhörig werden. "Davon haben wir noch gar nicht gehört", meldet sich Jordan verblüfft zu Wort. Die Erklärungen dazu übernahm Susanne Schmidt, die im Bau- und Ordnungsamt auch für die Feuerwehren zuständig ist. "Unsere Satzung sieht ohnehin eine Altersabteilung vor, allerdings konnten bis jetzt noch keine Bürger gefunden werden, die bereit sind, hier einen Posten zu übernehmen."

Daraufhin entspann sich eine angeregte Diskussion zu dem Thema. Selbst der Aderslebener Wehrleiter Frank Siede zeigte sich von den Neuigkeiten überrascht. "Dieser Fakt ist sicherlich bei den Wehren so nicht bekannt", äußerte er sich. "Man könnte ja zunächst in Wegeleben damit beginnen, Verbindungen untereinander zu knüpfen."

Diesen Gedanken fand auch Rosemarie Zimmer (CDU), als einziges erschienenes Stadtratsmitglied, gut. Jürgen Kamm stellte die Unterstützung der Verbandsgemeinde-Wehrleitung für die Kameraden in Aussicht, die sich der Sache annehmen würden. Selbst über eine finanzielle Unterstützung könne man reden.