Osterwieck l "Sie haben sich reumütig gezeigt. Über die Tragweite ihres Handelns hatten sie sich wohl keine Gedanken gemacht", erklärte auf Volksstimme-Anfrage am Montag der in Osterwieck tätige Kriminalist Ulrich Scholle. In den Vernehmungen hätten sich vergangene Woche zwei Jugendliche, 15 und 17 Jahre alt, geständig gezeigt, in der Nacht vom 5. zum 6. Dezember zwei Brände gelegt zu haben. Ertappt und gestellt worden waren die Verdächtigen von Feuerwehrleuten.

Es war ein Freitag kurz vor Mitternacht, als die Osterwiecker Feuerwehr in die Mauerstraße gerufen wurde. Dort brannte ein Abfallcontainer, das Feuer griff bereits auf die Isolierung der Hausfassade über. Eine Stunde dauerte der Löscheinsatz der sieben Osterwiecker Kameraden, die noch Unterstützung aus Lüttgenrode mit einer Wärmebildkamera hatten. Als die Feuerwehrleute aus dem Nachbardorf nach Hause fuhren, entdeckten sie an der Ecke Breitscheidallee/Neukirchenstraße eine brennende Hecke und zwei flüchtende Jugendliche, die von den Kameraden gestellt und der Polizei übergeben werden konnten. Eine Verbindung zum Brand in der Mauerstraße hätten sie zunächst bestritten, berichtete Scholle. In einem Rucksack der Jugendlichen seien zudem eine Brechstange und eine Blechschere gefunden worden. Straftaten mit diesen typischen Einbruchswerkzeugen seien ihnen aber nicht nachzuweisen.

Das Feuer in der Mauerstraße sei durch eine angesteckte Zeitung verursacht worden. Später in der Hecke habe eine brennende Tüte gelegen. Da die Hecke trocken war, hätte das Feuer später auch auf das Haus übergreifen können, so die Einschätzung von Feuerwehrleuten gegenüber der Polizei.

An dem Wohnblock der städtischen Wohnungsgesellschaft in der Mauerstraße entstand laut Schätzungen ein Schaden von 8000 Euro, wie Geschäftsführerin Marita Krelle-Schmidt bestätigte. Behoben sei der Schaden bisher witterungsbedingt nicht. Die Reparatur sei beim Gebäudeversicherer angemeldet. Sie geht davon aus, dass sich die Versicherung bei den Verursachern -sprich den beiden Tätern - melden wird. Die Polizei wird die Akten derweil dem Jugendstaatsanwalt übergeben.

Es waren nicht einzigen Brandstiftungen in der jüngsten Zeit in Osterwieck.

Vorsätzlich ist ebenfalls der Pkw-Brand am 20. Dezember in der Breitscheidallee gelegt worden. Die technischen Aggregate, die einen Brand hätten verursachen können, seien alle ausgebaut gewesen, erklärte Peter Pogunke, Sprecher des Polizeireviers Harz. Von allein hätte sich das Auto also nicht entzünden können. Hier gebe es bisher keine konkreten Hinweise auf die Täter, ebenso wie bei der Brandstiftung in der auch für Technopartys genutzten Lagerhalle der Firma Degu am 9. Dezember. "Es gab zwei weit voneinander entfernte Ausbruchsstellen", sagte der Polizeisprecher. Auch ein Türschloss sei aufgebrochen gewesen.

Vorige Woche hatte es erneut auf diesem Firmengelände gebrannt, diesmal in einem Container draußen vor der Produktionshalle. Ob es auch hier eine vorsätzliche Brandstiftung gab, ist laut Scholle offen. Es habe sich um leicht entzündliches Material gehandelt, das in Brand geraten war.