Oberbürgermeister Andreas Henke hat der Stadtverwaltung eine neue Struktur verpasst. Anlass dafür war das Ausscheiden von drei Führungskräften. Mit dem neuen Zuschnitt wird Geld gespart.

Halberstadt l "Mindestens 210 000 Euro im Jahr", sagt Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke), spare die Stadt durch die neue Verwaltungsstruktur. "Dass wir keinen Bereich ausklammern bei den Sparbemühungen, ist keine Worthülse", betont Henke, "in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Verwaltungsmitarbeiter um rund 160 geschrumpft."

Nun hat dieser Schrumpfungsprozess die Führungsebene erreicht. Dieter Krone, Gerhard Bieler und Michael Haase sind in den Ruhestand gegangen. "Um die Aufgaben der Drei auf die verbleibenden Führungskräfte aufzuteilen, haben wir die Strukturen verändert", sagt der Verwaltungschef. Dabei habe neben der Überlegung, welche Abteilungen von ihren Aufgaben her die größten Schnittmengen haben, so auch die Frage eine Rolle gespielt, ob die Teams zusammenpassen. "Man kann den menschlichen Aspekt nicht ganz ausblenden", so Henke. Deshalb seien verschiedene Entwürfe für die neue Oganisationsstruktur diskutiert worden. "Letztlich haben Mitarbeiter und Führungsebene eine einvernehmliche Lösung gefunden."

Die Verwaltung gliedert sich seit Januar in vier Fachbereiche. Fachbereichsleiter Peter Kuschel ist nun nicht mehr nur für die Innere Verwaltung zuständig, sondern auch für Kindertagesstätten, Schulen und Sport. "Es gibt da Synergien", sagt Kuschel, denn schon in den Vorjahren hatte er als Personalchef viel mit den Mitarbeiterinnen in den Kindertagesstätten zu tun. Neu ist die Verantwortung für inhaltliche Fragen wie zum Beispiel bei der Schulentwicklungsplanung oder der langfristige Blick auf die Tagesstättenlandschaft in der Stadt. "Man lernt beim Tun", sagt Kuschel auf Volksstimme-Nachfrage. Er habe sich bereits in den vergangenen Monaten intensiv mit den neuen Themen seiner Arbeit befasst.

Im Fachbereich Finanzen /Beteiligungen hat es wohl die geringsten Veränderungen gegeben. "Hier ist eine personell gesehen kleine Abteilung dazu gekommen", sagt Marion Kagelmann. "Aber das Gebiet der Straßenausbau- und Erschließungsbeiträge ist ganz neu für uns. Ich sehe Optimierungspotenzial und wir haben bereits im Vorjahr eine Mitarbeiterin auf einen Intensivlehrgang geschickt. Bei ihr sind die neuen Aufgaben und die zwei Mitarbeiter in sehr guten Händen."

Jens Klaus hat einen nüchternen Blick auf die neue Struktur "Das Ganze ist kein Wunschkonzert", sagt der Fachbereichsleiter, der nun nicht mehr nur für die Bau-fragen in Halberstadt zuständig ist, sondern auch für Ordnung, Straßenverkehr und Feuerwehr. "Es ist einiges mehr an Arbeit geworden, wie bei allen" sagt Klaus. Die Zeit müsse zeigen, wie das alles zu handhaben sei. "Es war ja nicht so, dass wir vorher zeitlich Freiräume gehabt hätten." Die Zusammenarbeit der einzelnen Bereiche müsse jetzt weiter wachsen. Auch früher hätten sich bei Tiefbau und Straßenverkehr viele Themen berührt. Nun sei alles unter einem Dach integriert und Klaus hofft, dass dann einiges noch besser läuft und der Bürger auch einen spürbaren Nutzen hat. "Ich bin mit Sicherheit noch mehr auf eine gute Zusammenarbeit der Kollegen untereinander und mit mir angewiesen, denn was das Ordnungsrecht angeht, bin ich noch ein Laie. Aber es ist ja vielleicht auch von Vorteil, wenn ich meine bisherige Sicht als Bürger auf diese Frage beibehalte." Die Feuerwehr, sagt Klaus, sei sicher nicht auf seine Hilfe angewiesen, die Arbeit dort laufe professionell. Er kenne dank einiger Hochbauprojekte die Thematik etwas.

Ganz neu in seiner Struktur ist der Fachbereich, dem Thomas Rimpler vorsteht. Wirtschaftsförderung, Stadtplanung, neue Medien, Geo-Informatik und Kultur sind hier gebündelt. Eine Herausforderung, vor der alle stünden, sei, die neuen Bereiche zu einem Team zu formen, sagt Rimpler. Aber er freue sich auf die neuen Inhalte. "Der Fachbereich ist insgesamt hochinteressant. Es ist ja auch ein bisschen das Gesicht der Stadt, das sich hier bündelt mit der die Museumslandschaft, den vielfältigen Kulturangeboten oder der Frage der Tourismusförderung. Da gibt es eine große Außenwirkung", sagt Thomas Rimpler, der als Wirtschaftsförderer bislang eher im Hintergrund wirkte. "Das macht es spannend." Ein wichtiges Thema in diesem Jahr werde die Frage nach der Imagebildung, dem Marketing der Stadt sein.

Keinem eigenständigen Fachbereich zugeordnet, sondern direkt dem Oberbürgermeister unterstellt, ist Timo Günther. Er befasst sich mit den Themen Recht und Liegenschaften in der Stadtverwaltung. In seinen Aufgabenbereich fallen auch die Gemeindeangelegenheiten, das Ratsbüro und die Organisation der Wahlen. "Da gibt es traditionell eine enge Zusammenarbeit. Das passt von den Themen her gut zusammen."

   

Bilder