Rattenalarm am Torteich in Halberstadt. Mitten in der Stadt gibt es ein großes Problem mit Wanderratten. Hauptursache ist das Füttern der Enten, so die Stadtverwaltung Halberstadt.

Halberstadt l Bereits 2010 musste am Torteich ein starker Rattenbefall bekämpft werden. "Nun ist das Problem erneut aufgetreten. Wanderratten sind im gesamten Uferbereich der Teichanlage und fortgesetzt im ehemaligen Zulaufbereich des Gewässers festgestellt worden. Auch auf dem benachbarten Kaufland-Parkplatz wurden Ratten gesichtet", berichtet Rathaussprecherin Ute Huch.

Die Schuldigen sind ausgemacht: Es sind diejenigen, die permanent die Enten füttern. Beobachtungen zufolge werden ganze Plastiktüten mit Brot- und Essensresten wahllos am und im Teich verteilt, neulich sogar eine Kinderbadewanne voller Gemüseabfälle, berichtet Ute Huch. Das sei mehr als unvernünftig, weil dieses Futter von den Enten nicht gefressen wird, auf den Steinen am Uferrand liegenbleibt und somit eine hervorragende Nahrungsgrundlage für die Ratten bildet. Die treten dort in großer Population auf. Die Zahl der Ratten, die im Bereich des Torteiches hausen, sei schwer zu schätzen, berichtet Thomas Dittmer vom Team Ordnung und Sicherheit auf Volksstimme-Nachfrage. Er geht von einer unteren dreistelligen Population aus.

Im Rathaus ist bereits ein Plan zur Bekämpfung der Schädlinge geschmiedet worden. In den kommenden Tagen wird das gesamte Schilf am Torteich beseitigt sowie sonstiger Bewuchs gekürzt, damit die Ratten keine Schutz- und Versteckmöglichkeiten mehr haben. "Die Stadtverwaltung hat darüber hinaus den erfahrenen Schädlingsbekämpfermeister Harry Herrmann von der Firma Hygan, mit dem wir seit vielen Jahren bei derartigen Problemen zusammenarbeiten, zu Hilfe geholt", erzählt Ute Huch. Vor 14 Tagen hat er am Torteich mit der intensiven Rattenbekämpfung begonnen. "Die aus dem Jahr 2010 stammenden Rattenköderboxen, die zu großen Teilen zerstört wurden, habe ich nach geltenden Rechtsstandards erneuert. Zusätzlich erfolgt eine gezielte Belegung der zugänglichen Bauten mit hierfür zugelassenen Ködern", berichtet Harry Herrmann. Derzeit werden die Köder (Rattengift) alle zwei Tage neu auslegt. Nach Einschätzung des Experten stellen sich erste Erfolge ein. "Der Rattenbestand ist zurückgegangen", stellt Harry Herrmann fest. Auf Nachfrage berichtet er, dass sich die Ratten - nachdem sie den Köder gefressen haben - in der Regel in ihre sehr tief gelegenen Behausungen unterhalb der Erde zurückziehen und dort verenden. Wenn es doch passieren sollte, dass ein totes Tier am Uferrand liegt, wird es von der Fachfirma beseitigt.

Die schuhkartongroßen, zugriffsicheren Köderboxen, in denen das Rattengift ausgelegt wird, sind am Ufer des Torteiches mit Stahlbolzen verankert und mit Warnhinweisen versehen. Auch hier richten die Stadt und der Schädlingsbekämpfer den dringenden Appell an die Bevölkerung, diese Boxen nicht - wie 2010 innerhalb kürzester Zeit geschehen - zu zerstören. Außerdem ist der ausgesetzte Wartungsvertrag mit der Firma Hygan erneuert worden. Darin ist ein Wartungsrhythmus von sechs bis acht Wochen festgelegt. Das wird die Stadt etwa 500 Euro im Jahr kosten, so Ute Huch. Für die bereits erfolgte erste Rattenbekämpfung sind Kosten in Höhe von etwa 400 Euro entstanden.

Die Stadtverwaltung fordert die Bürger auf, die Fütterung der Enten mit Brot und anderen Essensresten zu unterlassen. "Das ständige Wegwerfen von Müll trägt natürlich auch nicht zur Verbesserung der Situation am Torteich bei", erinnert Ute Huch.