Anderbeck (dl) l Ein Unfall, ein Schreck und darauf ein erster Schluck? Oder war es doch schon der zweite oder dritte? Fragen, denen Polizeibeamte nach einem Crash in Anderbeck jetzt ganz genau auf den Grund gehen, wie Sprecher Peter Hartmann sagte. Anlass ist ein Unfall, den ein 45-jähriger Anderbecker am Sonnabend gegen 18.30 Uhr der Polizei meldete. "Er teilte uns mit, dass er mit seinem Auto in ein Geländer am Schmiedeberg in Anderbeck gefahren sei. Danach habe er die Unfallstelle verlassen, einen Bekannten aufgesucht und auf den Schreck erstmal Alkohol konsumiert", sagte der Polizeihauptkommissar.

Bei der Unfallaufnahme unterzog sich der Mann wenig später einer Alkoholkontrolle, die einen Wert von 1,55 Promille ergeben habe. Und: "In seiner Befragung zum Unfallhergang gab er dann doch zu, auch schon vor dem Unfall Alkohol getrunken zu haben", so Hartmann. Daher wurde eine zweifache Blutentnahme angeordnet, um den Alkoholpegel zum Unfallzeitpunkt feststellen zu können. Gegen den Mann werde nun wegen Unfallflucht und Fahrens unter Alkoholeinwirkung ermittelt.

Mit einer Doppelblutprobe in definierten Zeitabständen können Gerichtsmediziner den Promille-Wert zum Unfallzeitpunkt rechnerisch ermitteln. Vor Gericht dürfen solche "Nachtrinker" wegen des Manipulationsversuchs in der Regel kein Pardon erwarten.