Halberstadt (sc) l "Dass der Brandschutz in der Stadt Halberstadt mit seinen insgesamt acht Ortsteilen nur im Verbund funktioniert, machen die Zahlen und Fakten aus dem Bericht von Ortswehrleiter Michael Wissel auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Athenstedt deutlich", berichtete jetzt Halberstadts Brandschutzchef Jörg Kelle. Bei knapp der Hälfte ihrer sechs Einsätze im vergangenen Jahr wurde die Athenstedter Wehr nach Ströbeck sowie nach Halberstadt gerufen, um dort auszuhelfen. Es galt, bei einem Wohnungsbrand in Ströbeck sowie bei der Evakuierung von knapp 3000 Menschen wegen eines Bombenfundes in Halberstadt die dortigen Einsatzkräfte zu unterstützen, so Kelle. Auch in Langenstein kamen die Athenstedter zum Einsatz, als im Sommer eine Technoparty über zwei Tage durch die Feuerwehr abgesichert werden musste. Andererseits ist die Wehr, wie viele andere auch, in der Zeit von 6 bis 18 Uhr nur bedingt einsatzbereit und muss sich auf die Hilfe der Kameraden aus den Nachbarwehren verlassen können.

Auf 19 beläuft sich die Zahl der aktiven Wehrleute im kleinsten Halberstädter Ortsteil. An 25 Dienstabenden wurden 584 Stunden Ausbildung absolviert. Auch hier wurde viel auf die Gemeinschaft gesetzt. So wurde an der zentralen Unterweisung am Digitalfunk und am Stadtausbildungstag in Halberstadt teilgenommen. Wissel schätzte trotzdem ein, dass die Teilnahme an den Dienstabenden insgesamt noch ausbaufähig sei.

Bei der Nachwuchsarbeit werden Athenstedter Kameraden durch die Sargstedter unterstützt. Da Dienstnachmittage für zwei Jugendfeuerwehrmitglieder nicht sinnvoll wären, findet die Ausbildung in einer größeren Gruppe statt. Einen Fahrdienst für die Kinder haben die Kameraden untereinander organisiert.

Ortsbürgermeister Ralf Barthel (Buko) dankte den Kameraden nicht nur für die Erfüllung der Aufgaben im Brandschutz. Die Mitglieder der Wehr leisten darüber hinaus viel für ihren Ort: Maifeuer, Herbstfeuer, Weihnachtsmarkt inklusive Aufstellen des Weihnachtsbaumes. Dass der Zusammenhalt im Ort auch sonst groß geschrieben wird, beweist die Spendenlust der Bewohner und ehemaligen Athenstedter aus Anlass des 140-jährigen Bestehens der Wehr im Sommer 2014. Alle Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Jubiläum wurden durch Spenden finanziert. Die Kameraden erhielten sogar eine Traditionsfahne, die im Rahmen des Festumzuges geweiht wurde.

Gedankt wurde bei der Jahreshauptversammlung auch dem Feuerwehrförderverein St. Florian. Durch den Verein wurden im vergangenen Jahr allen Wehrmitgliedern Sommereinsatzjacken zur Verfügung gestellt. Vereinsvorsitzender Stefan Walther versprach für dieses Jahr die Finanzierung eines Computers mit Beamer für die Ausbildung im Ortsteil.

Während der Veranstaltung wurde Manuel Schmidt zum Oberlöschmeister befördert. Der stellvertretende Ortswehrleiter Gordon Kundt wurde in Abwesenheit für 10-jährige Mitarbeit ausgezeichnet.

Ortswehrleiter Wissel will 2015 mit seinen Wehrleuten gezielt Athenstedter auf eine mögliche Mitarbeit in der Feuerwehr ansprechen. "Ortsbürgermeister Barthel versprach, sich in dieses Vorhaben intensiv mit einzubringen", so Kelle.