Heudeber l Ortsbürgermeister Hartmut Busch (parteilos) und die Einwohner von Heudeber können aufatmen: Der Solarpark geht wie geplant Ende März ans Netz. Er kann mit seinen insgesamt 7826 Modulen rund 430 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgen. Grund für den vorgesehenen Startschuss ist gewissermaßen Mutter Natur, welche die Hamster auf dem Areal noch im Winterschlaf hält.

"Bei der Fertigstellung mussten strenge Auflagen der Unteren Naturschutzbehörde eingehalten werden", sagt der Ortschef gegenüber der Volksstimme. Zum Beispiel durften die Kabel nur 60 Zentimeter tief verlegt werden, da Hamster ihren Bau bis zu 80 Zentimeter im Boden anlegen. Busch: "Somit wurde ihr Winterschlaf nicht gestört." Die Arbeiten mussten auf dem rund drei Hektar großen Gelände also zügig voran gehen, denn ab April sind die kleinen Nager wieder putzmunter.

"Die Tiere können am Solarpark aber keinen Schaden anrichten", sagt Hartmut Busch. Schätzungsweise 130 Hamster leben hier unter der Erde. "Als im Januar die Arbeiten auf vollen Touren liefen", berichtet Busch weiter, "hat eine Spezialfirma aus Halle alles genauestens beobachtet." Hätten sich die Nagetiere gezeigt, wären sie eingefangen und an einem anderen Ort ausgesetzt worden. Das geschah übrigens im Jahr 2008 beim Bau der Brücke, die sich nur wenige Meter vom Solarpark befindet. Hierbei hatten sich die Arbeiten um einige Wochen verzögert. Die Hallenser Spezialfirma setzte die Nager auf anderen Äckern aus.

Zu DDR-Zeiten wurden laut Busch massenhaft Hamster wegen ihrem Fell gefangen. "Dafür gab es zwei Mark." Nach der Wende wurden die Tiere dann unter Naturschutz gestellt.