Halberstadt l Küche, Wohnstube und ab Frühjahr auch wieder der geliebte Balkon: Das Leben von Elisabeth Brose spielt sich weitestgehend in den eigenen vier Wänden ab.

Die Halberstädterin ist mit ihren 89 Lebensjahren nur noch eingeschränkt mobil. Um so mehr freut sie sich, dass das Umfeld rund um den Wohnblock in der Junkersstraße hübsch hergerichtet ist und gepflegt wird. Die Freude bei der Seniorin ist - fast - perfekt. Allein ein alter und vermutlich abgestorbener Kirschbaum direkt vor ihrem Wohnzimmerfenster auf dem Nachbargrundstück schmälert das ansonsten idyllische Bild.

"Meine Mutter schaut immer auf diesen vertrockneten Baum, das ist nicht schön", sagt Tochter Viola Karacsony, die die Volksstimme am Lesertelefon kontaktiert hatte. Und: Vom optischen Problem mal ganz abgesehen, gehe von dem "völlig abgestorbenen Baum mittlerweile auch eine Gefahr aus", ergänzt Viola Karacsony. "Da spielen Kinder, die klettern teilweise rauf - was ist, wenn dann ein Ast abbricht", fragt sie und zeigt auf die vielen auf der Wiese liegenden Äste. Sie scheinen ein Hinweis dafür zu sein, dass der Baum tatsächlich abgestorben ist.

Bei Frank Müller, dem Hausmeister der Blöcke auf dem Grundstück gegenüber, stoßen Elisabeth Brose und Viola Karacsony auf offene Ohren: Von der Volksstimme auf das Baum-Problem angesprochen, kommt Müller zum Punkt: "Ich war vorhin gerade vor Ort und habe den Baum in Augenschein genommen. Er scheint tatsächlich abgestorben zu sein. Ich werde ihn jetzt radikal zurückschneiden und - sollte er völlig trocken sein - auch fällen", kündigt er an. All das solle, auch wegen der Unfallgefahr, nun rasch erfolgen. "Zunächst muss ich aber schauen, ob ich dafür noch eine Genehmigung einholen muss", stellt er klar.

Zugleich bittet Müller um Verständnis: Das Wohngrundstück sei erst Anfang 2014 von einer Potsdamer Immobilienfirma, in deren Auftrag er tätig sei, übernommen worden. "Ich muss mir jetzt einen Gesamtüberblick verschaffen und die Probleme schrittweise abarbeiten", kündigt er an.

Elisabeth Brose freut sich über die Reaktion. "Und vielleicht wird ja anschließend ein schöner neuer Baum gepflanzt", hofft sie.