Die drei Kandidaten zur Bürgermeisterwahl in Schwanebeck haben sich am Dienstagabend im Verwaltungsgebäude den Einwohnern vorgestellt. Wahlleiter Harald Brockelt stellte Benno Liebner (CDU) sowie Christina Brehmer und Simone Schuldt (beide Einzelbewerber) vor und ließ danach die Bürger zu Wort kommen.

Schwanebeck l Die Fragen der Schwanebecker prasselten nur so auf die drei Bürgermeister-Kandidaten nieder, die sich am Sonntag, 22. März dem Votum der Bürger stellen. Sebastian Gerloff eröffnete diesen Reigen. Er interessierte sich für den künftigen Umgang mit den Gewerbetreibenden. "In den letzten Jahren ist da nicht viel passiert", befand er. "Ein Dialog ist nicht vorhanden. Ein Bürgermeister muss auch als Moderator Leute zusammenführen."

Amtsinhaberin Christina Brehmer versicherte, sie wolle sich den Hinweis zu Herzen nehmen und künftig Kontakt halten, sie stehe für Gespräche bereit. "Wenn jemand ein Problem hat, stehe ich im Rahmen der Bürgermeistersprechstunden oder telefonisch zur Verfügung", setzte sie hinzu.

Udo Schuster fragte, wie sich die Kandidaten ihre Arbeit als Bürgermeister vorstellen würden. Simone Schuldt und Benno Liebner deuteten an, dass sie im Falle einer Wahl beruflich kürzer treten wollten. Beide hoben Bürgernähe und den Kontakt zur Verwaltung hervor. Simone Schuldt verwies auf ihr Engagement für die Fertigstellung des Radwegs von Nienhagen nach Kloster Gröningen. Außerdem solle das Dorfgemeinschaftshaus in Nienhagen erhalten bleiben und der Kirchturm in Schwanebeck saniert werden.

Bessere Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung

Sie und Liebner sehen die Basis in einer guten Zusammenarbeit mit dem Stadtrat. Liebner setzte hinzu, dass es ihm wichtig sei, mit einer starken Fraktion im Rücken zu arbeiten. Christina Brehmer will den Einladungen der Vereine folgen. Alle wollen bei Veranstaltungen präsent sein und sich dafür einsetzen, dass die Vereine künftig besser miteinander reden. Im vom Heimatverein erstellten Veranstaltungskalender sehen sie eine gute Basis dafür. Alle Kandidaten wollen künftig mehr mit den Vereinen reden. Christina Brehmer und Simone Schuldt könnten sich ein zentrales Treffen vorstellen. Benno Liebner verriet: "Ich habe bereits Vertreter aller Vereine am Sonnabend in die Fleischerei Bendler eingeladen."

Lutz Gnade fragte nach den wichtigsten Aufgaben, die die Kandidaten auf ihrer Agenda hätten. Diese betonten daraufhin die Bürgernähe und die Erreichbarkeit. Simone Schuldt verwies auf eine zu erstellende Prioritätenliste und riet Benno Liebner, der Vereinschef des Kultur- und Technikvereins in Nienhagen ist, Öffnungszeiten für die alte Schule einzuführen. "Ich werde oft von den Besuchern des Puppenmuseums danach gefragt", meinte sie. Der nahm die Anregung dankbar entgegen und legte seine Ziele vor. "Der Spielplatz in der Kappellenstraße muss fertiggestellt werden", sagte er. "Außerdem liegt schon monatelang das Schild für den Bürgermeisterplatz in Nienhagen im Verwaltungsgebäude. Die Bedarfs-Haltestelle für den Bus vor dem Verwaltungsgebäude sollte eingerichtet werden." Seine Fraktion und er hätten da schon positive Signale von den Harzer Verkehrsbetrieben und vom Landkreis erhalten. Beide Kandidaten hoben den Sinn eines guten Umgangs mit Stadtrat und der Verwaltung hervor.

Walburga Borgsdorf hakte nach, wie denn die Unterstützung für den Verein "Nienhagen rechtsrockfrei". Simone Schuldt zog hier persönliche Spenden in Erwägung. Liebner sicherte seine Unterstützung zu, äußerte jedoch Bedenken. "Ich war auch schon bei einer Veranstaltung des Vereins", setzte er fort. "Bei einer Demo und Gegendemo an einem Tag in einem Ort habe ich jedoch Sicherheitsbedenken. Außerdem genehmigen die Richter regelmäßig Rechtsrockveranstaltungen, da es scheinbar keine Handhabe dagegen gibt. Was sollen wir da tun, wenn die Gesetze des Staates ein Verbot nicht zulassen?" Er und Simone Schuldt befanden, dass die Bürger dabei allein gelassen werden würden.

Lutz Gnade brachte zum Spielplatzthema vor: "Als ich, als Vorsitzender des Bauausschusses, und Benno Liebner, als stellvertretender Bürgermeister, an einem Treffen der Elterninitiative mit den Kindern teilnehmen wollten, wurden wir unvermittelt hinauskomplimentiert." Christina Brehmer schüttelte den Kopf und sagte: "Das war ein reines Treffen der Planungsgruppe."

Sie sprach daraufhin ihre zukünftigen Pläne für Schwanebeck an. "Wir sollten gegen Umweltverschmutzer aktiv werden", brachte sie vor. "Außerdem arbeite ich an einem Mehrgenerationenprojekt. Die Bildung eines Kinderparlamentes strebe ich an, um auch diese mit in Entscheidungen einzubinden."