Ein Jubiläum hat Fahrschullehrer Benno Liebner am Sonnabend in Schwanebeck gefeiert. In diesem Jahr begeht der das 25. Jahr seiner Selbständigkeit. Der Einladung zum Festempfang folgten insgesamt 55 Gäste, darunter auch zahlreiche Politiker.

Schwanebeck l Ein 25-jähriges Firmenjubiläum ist im Jahr 2015 in den östlichen Bundesländern durchaus etwas Besonderes. Sagt es doch aus, dass ein Unternehmer in der Wendezeit den Weg in die Selbständigkeit gegangen ist. Genau so war es bei Benno Liebner, der heute in Schwanebeck und Halberstadt eine Fahrschule betreibt.

"Auf dem Papier habe ich meine Firma zwar erst mit der deutschen Wiedervereinigung im Oktober 1990 eröffnet", erklärt er. "Die Vorbereitungen für den Schritt liefen allerdings schon zum Jahresbeginn 1990 an. Daher sehe ich meinen Start in die Selbständigkeit - in einer turbulenten Wendezeit - eher schon im März dieses Jahres angesiedelt", erklärt der 54-Jährige die zeitliche Nähe zwischen seinem Jubiläumsempfang auf der einen Seite und der Bürgermeisterwahl am kommenden Sonntag auf der anderen. Dann ist Benno Liebner einer von insgesamt drei Kandidaten.

Der Nienhagener schloss einst eine Ausbildung als Kraftfahrzeug-Schlosser ab, arbeitete ab 1985 zunächst als Fahrschullehrer, später auch als Fahrschulprüfer. Zudem bildete er sich weiter. Er absolvierte ein Studium als Verkehrsingenieur und später ein weiteres als Handwerksmeister für Kraftfahrzeuge. Mittlerweile verfügt Liebner somit über eine 30-jährigen Berufserfahrung.

"Anfang 1990 zeichnete sich das Aus der damaligen Fahrschule in Oschersleben, in der ich tätig war, ab", berichtet Liebner weiter. "Ich nutzte also die Chance, um mich rasch selbständig zu machen. Zunächst residierte er mit seiner Firma in der ehemaligen Jägerklause in Schwanebeck. "Das war eine anstrengende Zeit, aber gleich ein erfolgreicher Start", erinnert er sich. "Weil der Weg zum Führerschein in der DDR alles andere als leicht war, gab es ab 1990 einen riesigen Zulauf. Viele Menschen aus der Region wollten die Fahrerlaubnis machen, sodass ich sogar noch zwei Angestellte beschäftigen konnte", erinnert er sich an die goldenen Jahre.

Im Jahr 1999 erwarb Liebner ein Haus in der Schwanebecker Kapellestraße. Nach dem Ausbau siedelte er auch seine Fahrschule hier an, wo sie auch heute noch zu finden ist. "Im Jahr 2010 expandierte ich nach Halberstadt und eröffnete eine Filiale in Wehrstedt", beschreibt er die Unternehmensentwicklung. Bis zum heutigen Tag hätten über 3000 Fahrschüler bei ihm die Ausbildung absolviert. "Das Einzugsgebiet erstreckt sich von der Börde bis in den Harz hinein", sagt der Fahrlehrer.

Erlebt hat Liebner mit seinen Fahrschülern schon viel. "Es gibt schöne und auch weniger schöne Episoden", sagt er. "Das Positive überwiegt jedoch am Ende." Liebner lernte dank seiner Schüler, die durchaus international sind, auch die weite Welt kennen. Ein Mann von der Elfenbeinküste berichtete ihm von Afrika. Tunesier, Vietnamesen und Russen machten ihn mit ihren Ländern bekannt. "Das waren so nebenbei sehr interessante Gespräche", schätzt der Fahrlehrer ein. "Eine Ärztin aus Ecuador wusste viel über ihre Heimat zu berichten."

Der Jubilar freute sich am Sonnabend über ein bunt gemischtes Publikum bei dem Empfang in der Fleischerei Bendler. Ehemalige Fahrschüler, Gewerbetreibende aus Schwanebeck und Nienhagen sowie Vereinsvertreter sprachen Benno Liebner ihre Glückwünsche aus. CDU-Politiker, wie die Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer, die Landtagsabgeordnete Frauke Weiß und der Halberstädter CDU-Stadtrat Daniel Szarata mischten sich unter die Gratulanten.

Das war gewiss kein Zufall: Benno Liebner tritt am kommenden Sonntag als parteiloser Kandidat für die CDU bei der Bürgermeisterwahl in Schwanebeck an. Im Gespräch mit den Politikern und Vereinsvertretern erinnert sich der Fahrlehrer auch an seine Schulzeit in Schwanebeck. "Damals war ich ein begeisterter Leichtathlet und für die Schulsportgemeinschaft Schwanebeck aktiv", berichtet er. Dies erstaunte selbst Schwanebecker wie Otto Bendler und Sebastian Gerloff.

"An einem einzigen Wochenende habe ich mal sieben Goldmedaillen für die SSG Schwanebeck in Halberstadt geholt", erzählt Liebner sichtlich stolz. "In einem Vergleichswettkampf stieß ich die Kugel sogar einen Meter weiter als der spätere Weltmeister Ulf Timmermann." Der SC Magdeburg und der ASK Vorwärts Potsdam hätten daraufhin ums Liebners Gunst gebuhlt. "In Potsdam fiel allerdings eine ärztliche Untersuchung negativ aus. Dadurch konnte ich leider kein Profisportler werden", schloss Liebner seine Ausführungen. "Zu diesem Zeitpunkt war ich aber schon zweifacher DDR-Meister."