Die Sanierung des ehemaligen "Haus des Friedens" in Halberstadt ist beendet. Am kommenden Sonnabend lädt die Volkssolidarität, der neue Nutzer, zum Tag der offenen Tür ein.

Halberstadt l Das Trauerspiel um das "Haus des Friedens", das über zwei Jahrzehnte verwaist war, ist vorbei. Investor Michael Zweckinger hat das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in den zurückliegenden eineinhalb Jahren zu neuem Leben erweckt. Am kommenden Sonnabend, dem 21. März, von 9 bis 13 Uhr wird das sanierte Gebäude der Öffentlichkeit zum Tag der offenen Tür präsentiert.

Der Regionalverband Harz der Volkssolidarität hat die neue Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz im ehemaligen "Haus des Friedens" in Halberstadt eröffnet. Nach umfangreicher Sanierung sind die ersten Bewohner in das altersgerecht ausgebaute Gebäude in der Thomas-Müntzer-Straße 75 eingezogen. Für Halberstadt ist diese Betreuungsform eine Premiere, in Großstädten hat sie sich bereits etabliert.

"Die Einzelzimmer in unterschiedlicher Größe, von 23 bis 33 Quadratmeter, entsprechen den neuesten Standards des barrierefreien Wohnens", sagt Geschäftsführerin Ina Erdmann. Die Möglichkeit der Einrichtung mit den eigenen, über die Jahrzehnte liebgewonnenen Möbeln, Accessoires und Andenken schaffe von Anfang an ein Gefühl von Vertrautheit. Alle Zimmer und Appartements verfügen über eigene Bäder und Fußbodenheizung.

Zu jeder der beiden Wohngemeinschaften in der ersten und zweiten Etage gehört eine Gemeinschaftsküche mit Aufenthaltsbereich. Im Erdgeschoss werden weitere Räumlichkeiten für betreutes Wohnen angeboten.

Im Haus wird eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch fünf Betreuerinnen sowie bei Bedarf durch den ambulanten Pflegedienst der Volkssolidarität abgesichert. Zu den ersten Bewohnern gehört die 87-jährige Halberstädterin Melanie Bensehr. Sie hat drei Kinder und freut sich jetzt auf die Abwechslung im neuen, betreuten Heim.

"Wir gehen mit den Bewohnern einkaufen und bereiten die Mahlzeiten gemeinsam vor", berichtete Betreuerin Marion Sahlmann, die seit über zehn Jahren für die Volkssolidarität arbeitet. Nach dem großen Erfolg der Wohnanlage in Harsleben erwartet der Wohlfahrtsverband auch zu diesem historischen Gebäude zahlreiche Nachfragen.

Der Halberstädter Michael Zweckinger hatte das im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks 1954/1955 gebaute Haus bereits vor Jahren erworben. Ein erstes Sanierungsvorhaben scheiterte, Ende 2013 fiel der Startschuss für das ehrgeizige Vorhaben, das mehrere Millionen Euro teuer ist. Das Land Sachsen-Anhalt unterstützte das Projekt mit Fördergeld. Genaue Zahlen waren vom Investor nicht zu erfahren.

23 Jahre Leerstand hatten Spuren hinterlassen. "Allein vom Dachboden haben wir 12 Tonnen Taubenkot entfernt", berichtete Zweckinger in einem Volksstimme-Gespräch. Außerdem türmte sich tonnenweise Schrott auf dem Boden. Dabei handelte es sich um das alte Lüftungssystem des ehemaligen Gaststättenbetriebes.

Durch einen Fahrstuhl wird jetzt das gesamte Gebäude mit einer Nutzfläche von 1350 Quadratmetern erschlossen, um die Barrierefreiheit zu gewährleisten.

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