Die Würfel sind gefallen: Nach 14 Jahren in sozialdemokratischer Regie gestalten künftig die Christdemokraten im Quedlinburger Rathaus maßgeblich die Geschicke der Welterbestadt: Frank Ruch setzte sich bei der Bürgermeisterwahl auf Anhieb durch.

Quedlinburg l Ein scheidender Amtsinhaber, vier Kandidaten und keine Stichwahl: Das ist das Ergebnis der gestrigen Oberbürgermeisterwahl in der Welterbestadt Quedlinburg. CDU-Kandidat Frank Ruch gelang gleich im ersten Anlauf der Einzug ins Rathaus der Welterbestadt. Der 53-Jährige konnte am Ende 56,3 Prozent der gültigen Stimmen und damit die erforderliche absolute Mehrheit für sich verbuchen. Ruch wechselt damit aus dem Stadtrat, wo er mit Unterbrechungen zehn Jahre tätig war und zuletzt sechs Jahre den Vorsitz innehatte, ins Rathaus.

Während bei Ruch und den Christdemokraten am gestrigen Abend die Sektkorken knallten und ausgelassen gefeiert wurde, herrschte bei den Sozialdemokraten und den Vertretern des Bündnisses "Gemeinsam für Quedlinburg" große Enttäuschung. Ihr gemeinsamer Kandidat Bernd Skudelny (SPD) landete mit 29,9 Prozent vergleichsweise abgeschlagen auf Rang zwei. Die Hoffnung von SPD, Linkspartei, dem Bürgerforum sowie FDP, Bündnisgrünen und den Vertretern der freien Wählervereinigung Quedlinburg, mit dem gemeinsam nominierten Kandidaten wenigstens in die Stichwahl zu kommen, erfüllte sich nicht. Obendrein misslang es, dem altersbedingt ausscheidenden Sozialdemokraten Eberhard Brecht einen Amtsinhaber mit SPD-Parteibuch folgen zu lassen.

Der Sozialdemokrat Skudelny scheiterte womöglich auch daran, dass die nunmehr parteilose Bettina Ringel-Owczarcak ("Zukunft Quedlinburg") und der parteilose Einzelbewerber Matthias Kirsch zusammen 13,7 Prozent der gültigen Stimmen holten. Ringel-Owczarcak hatte es auf einen parteiinternen Machtkampf ankommen lassen. Die bisherige Sozialdemokratin hatte gegen Parteifreund Skudelny kandidiert und war einem Parteiausschluss mit dem SPD-Austritt zuvorgekommen.

Wahlsieger Frank Ruch freute sich am Abend über die "super Teamleistung", mit der die Herzen der Quedlinburger gewonnen worden seien. Er werde nun als ersten Schritt im neuen Amt die Wirtschaftsförderung auf seinen Tisch ziehen, kündigte er an.