Zur Verleihung des 20. Gleimhaus-Literaturpreises für Schüler des Harzkreises haben rund 300 Gäste in der Sekundarschule "Am Gröpertor" in Halberstadt auf das Urteil der Jury gewartet. 129 junge Menschen ließen zu "Was ist die Welt ohne Freunde ..." ihr dichterisches Talent spielen.

Halberstadt l Im Kostüm von Johann Wilhelm Ludwig Gleim begrüßte Bernd Rocks die Gäste. Über so viel Interesse wie noch nie freute sich Gleimhaus-Direktorin Ute Pott bei der Eröffnung. "Wir sind überrascht, wie viele Schüler den Mut hatten, ihre Texte abzuliefern". Sie hätten sich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt, sich geöffnet und besondere Leistungen gezeigt.

Möglich wurde diese Preisverleihung nur dank der Mitglieder des Förderkreises, der Unterstützung durch den Landkreis, des Kuratoriums Stadtentwicklung und des Friedrich-Bödecker-Kreises. "Zu den Sponsoren gehören auch die Halberstadtwerke, die Hawoge, Harzer Mineralbrunnen Blankenburg und Jürgen Jüling", hob die Rednerin hervor.

In diesem Jahr hätten sich Schüler aus Halberstadt, Quedlinburg, Wernigerode, Osterwieck und Schwanebeck beteiligt. Die Jury hatte keine leichte Aufgabe, denn manche Einreicher lieferten fünf bis zehn Seiten Text ab. Die Arbeiten werden jetzt nicht nur zentral archiviert, sondern können auch beim Friedrich-Bödeker-Kreis noch eine Auszeichnung gewinnen.

Neues Lied zum Jubiläum

"Die Leistungen unserer Schüler verdienen große Anerkennung", sagte Heike Schäffer, stellvertretende Landrätin, in ihren Grußworten. "Bleibt dran", riet sie den jungen Talenten.

Zur Festrede war diesmal ein ehemaliger Halberstädter, der Literaturwissenschaftler, Liedermacher und Autor Paul Bartsch aus Halle eingeladen worden. Er erinnerte daran, dass Gleim bereits im 18. Jahrhundert gezeigt habe, wie Freundschaft gepflegt wird: damals handgeschrieben und heute per Facebook.

Extra zur Preisverleihung brachte der Künstler ein neu geschriebenes Lied "Und willst du mein Freund sein" mit. "Nachdenken über Freundschaft bringt für alle einen Gewinn", lautete ein Fazit zu einigen Beispielen aus der Literatur. "Man schreibt vor allem für sich selbst."

Bevor die mit Spannung erwartete Preisverleihung startete, schloss der Gast mit einem Song und Tabea Schenk vom Landesmusikgymnasium Wernigerode trug ihren Preisträger-Text von 2014 "Die Grenze zum neuen Leben" vor.

Die Jury-Mitglieder Carolin Reinitz, Uwe Kraus und Susanne Dannenberg gaben einen Einblick in ihre "Blindverkostung" der Literatur, denn die Auswertung erfolgte anonym. Herausgekommen sind "eindrucksvolle Bilder", "berührende Geschichten" und "differenzierte Erfahrungsberichte". Nicht nur Gedichte und Geschichten wurden abgeliefert, sondern auch vier Drehbücher für Filme. Dafür gab es einen Sonderpreis. Der Gleimhaus-Literaturpreis für Schüler dient dem Andenken des Dichters und Aufklärers Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803). Durch den Preis soll das Gleimhaus verstärkt in das Bewusstsein junger Menschen gerückt und die Freude an der Literatur gefördert werden.

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