Der desolate Zustand der Toilette am Halberstädter Hauptbahnhof ist ein Dauerthema. Immer wieder fallen die Räume schwerem Vandalismus zum Opfer. Um die hohen Vandalismuskosten in Zukunft zu vermeiden, plant der Betreiber nun den Umbau der Toilette.

Halberstadt l Wer am Halberstädter Hauptbahnhof ein dringendes Bedürfnis hat, muss in den Keller gehen. Dort befinden sich die öffentlichen Toiletten. Ähnlich wie der Bahnhof sind sie modern, Kloschüsseln und Waschbecken sind auf einem zeitgemäßen Standard und für eine Bahnhofstoilette geradezu schick.

Nur hat der Nutzer davon wenig, denn meist sind die Räume beschmiert und absichtlich verschmutzt. Für die Nosa, die die Toilette betreibt, bedeutet dies vor allem Kosten. Zu den etwa 3000 Euro Reinigungskosten im Monat könne man noch 500 Euro für die Vandalismusbeseitigung hinzurechnen, sagt Nosa-Geschäftsführer Frank Dannhauer.

"Wir sprechen fast jeden Tag über die Bahnhofstoilette."

Frank Dannhauer, Geschäftsführer der Nosa

Volksstimme-Leser haben sich nun darüber beschwert, dass auf der Herrentoilette nur noch eine von drei Kabinen über eine Tür verfügt, womit zwei Kabinen faktisch unbenutzbar werden. "Wir sind froh, dass wir wenigstens die noch hingekriegt haben", sagt Dannhauer im Volksstimme-Gespräch. Die Türen seien wieder einmal herausgerissen und die Scharniere zerstört worden. Zwei Türen seien irreparabel zurückgeblieben.

"Wir sprechen fast jeden Tag über die Bahnhofstoilette", sagt Dannhauer. Um dem Dauervandalismus endlich ein Ende zu bereiten, plant die Nosa nun den kompletten Umbau der an sich modernen Toilette. Noch seien die Mitarbeiter auf der Suche nach Konzepten und Unternehmen, sagt Dannhauer. Die neue Toilette soll aber aus einem robusten Material und "nicht zerstörbar" sein. Aufgrund der Umbaupläne müssten Besucher der Toilette nun für längere Zeit mit nur einer nutzbaren Toilettenkabine vorlieb nehmen.

Angesichts der hohen Kosten könnte die Nosa die Bahnhofstoilette schließen. Das möchte allerdings Geschäftsführer Frank Dannhauer nicht. "Es sind ja nicht nur Vandalen dort", sagt er. "Fremde suchen in der Regel am Bahnhof eine Toilette", und die sollen sie laut Dannhauer auch in Zukunft finden. Zudem sei das Restaurant im Bahnhof verpflichtet, eine Toilette vorzuhalten - bislang die Bahnhofstoilette. Würde diese schließen, stünde das Gastronomieunternehmen vor einem großen Problem.

Wer die Toilette in Zukunft unbenutzbar vorfindet, kann sich die 50 Cent, die für den Eintritt in die Räume fällig sind, bei der Nosa zurückerstatten lassen. In der Nosa-Geschäftsstelle könnten sich Betroffene unter (0 39 41) 6 87 80 melden. Allerdings muss der Benutzer vorab die Verschmutzung oder Beschädigung melden, eine Adresse hinterlassen und erhält dann schließlich die 50 Cent auf sein Konto überwiesen, sagt Frank Dannhauer gegenüber der Volksstimme.

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