Tourismus und Sport: Diese beiden Themen sind auf dem 88. Brockenstammtisch diskutiert worden. Es geht um eine ganzjährige Nutzung der Region. Dafür wird eine länderübergreifende Zusammenarbeit gefordert.

Brocken l Der 88. Brockenstammtisch am Mittwoch hat ganz im Zeichen von Tourismus und Sport gestanden. Neben Landtagsabgeordneten, Ministern und Kommunalpolitikern hatten die Brockenwirte Hans und Daniel Steinhoff deshalb erfolgreiche Sportler und Sportfunktionäre eingeladen. Ihr gemeinsames Anliegen: beide Bereiche enger verbinden und den Harz als eine der schönsten Regionen Deutschlands nicht nur im Winter, sondern das ganze Jahr über für Besucher aus aller Welt attraktiv machen.

Für Sachsen-Anhalts Innen- und Sportminister Holger Stahlknecht (CDU) ist der Tourismus im Ostharz eher als im Westteil aus einem Dornröschenschlaf erwacht. Vernünftige Ferienwohnungen, ansprechende Hotels, die nicht den Charme der 1970er und 1980er Jahre atmen, und ein gutes Angebot im Leistungs- und Breitensport würden immer mehr Gäste anlocken. Für den weiteren Ausbau der ganzjährigen Nutzung des Harzes sei jedoch ein länderübergreifendes Netzwerk erforderlich. Dabei dürfe die Förderung von Tourismus und Sport nicht an Kreis- oder Ländergrenzen scheitern. "Die Grenzen müssen aus den Köpfen", sagte er.

Die Kooperation zwischen Ost- und Westharz sieht auch Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) als eine wichtige Aufgabe, wobei er feststellte, dass beide bereits deutlich zusammenwachsen würden. Zustimmung fand er dafür bei Ronald Brachmann, SPD-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Sportausschusses.

Auf ein gemeinsames Problem bei der Sportförderung verwiesen die Präsidenten des niedersächsischen und des sachsen-anhaltischen Skiverbandes, Walter Lampe und Rüdiger Ganske, sowie Jochen Behle, ehemaliger Bundestrainer der Skilangläufer. Dabei geht es um das sogenannte Erststartrecht. Es soll Sportlern, die in andere Leistungszentren gewechselt sind, ermöglichen, für ihren Heimatverein anzutreten. "Die Sportler sollen in ihren Landesverbänden, die sie entdeckt und gefördert haben, bleiben, auch wenn sie woanders trainieren", forderte Behle.

Ganske hat dabei noch ein finanzielles Problem, das von der Politik im Zusammenwirken mit den Sportlern gelöst werden müsse. Der Skiverband Sachsen-Anhalt muss zum Beispiel für Internats- und Materialkosten sowie Pauschalen von Harzer Sportlern aufkommen, die in Oberhof, Ruhpolding und anderen Zentren trainieren. "Das macht im Jahr pro Sportler bis zu 10 000 Euro aus, die uns in der Talenteförderung fehlen", so Ganske. Zudem sei es ein Anreiz für Trainer und Athleten, wenn Spitzensportler weiter in ihren Heimatvereinen geführt werden würden.

Höhepunkt des Stammtisches war die Auszeichnung von Nachwuchssportlern im Biathlon. Über die Ehrung durch Holger Stahlknecht konnten sich Max Kermer aus Hasselfelde (3. Platz DSV-Schülercup), Hans Köllner aus Benzingerode (Gesamtsieger DSV-Schülercup) und Danilo Riethmüller aus Hasselfelde (Gesamtsieger DSV-Jugendcup) freuen.