Halberstadt/Quedlinburg (sc) l Sie reisen aus Belgien und Italien, aus Lettland und den USA, aus Polen, Frankreich und den Niederlanden an, die Gäste der Tage der Begegnung, die heute beginnen. Mit Georges Petit und Richard Kosinski sind zwei Männer unter den 90 Teilnehmern, die das Konzentrationslager Langenstein-Zwieberge überlebt haben. Gemeinsam mit deutschen Jugendlichen und Erwachsenen wollen sie am Sonntag, dem 12. April, um 10 Uhr an die Befreiung des KZ vor 70 Jahren erinnern und der Opfer gedenken.

Zum Programm der Tage der Begegnung, die seit Anfang der 1990er Jahre immer rund um den 11. April, den Tag der Lagerbefreiung, stattfinden, gehören Zeitzeugengespräche mit Schülern. Inzwischen übernehmen Mitglieder der Gruppe der 2. Generation, der Kinder und Enkel von Überlebenden angehören, den Großteil dieser Gespräche. Anliegen der Gruppe ist es zudem, zeitgemäße Formen der Gedenkkultur zu entwickeln. Sie sind die Ideengeber für Projekte, die dann deutsche Jugendliche vor Ort umsetzen. "In diesem Jahr bemühen wir uns, die französischen Jugendlichen aus der Partnerregion Belfort mit in die Aktion einzubeziehen", berichtete Hanka Rosenkranz, Vorsitzende des Fördervereins der Gedenkstätte.

Neben Gesprächen, dem Besuch des historischen Stollens in den Thekenbergen sind das stille Gedenken auf den Friedhöfen in Halberstadt und Quedlinburg sowie das Treffen in Langensteiner Familien Programmbestandteile.