Halberstadt l Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums in Halberstadt haben die Patenschaft für ein Buch aus dem Bestand des Gleimhauses übernommen. Jana Knäringer, Florian Wolter, Attila Friedrich, Alexander Wiehem und Alexandra Andrusch übergaben 200 Euro für die Restaurierung eines Notendrucks von Michael Praetorius aus dem Jahr 1607. Dank der finanziellen Unterstützung der Käthe-Kollwitz-Schüler - das Geld stammt vom Weihnachtssingen - kann der Band nun in einer Werkstatt in Berlin restauriert werden. Andere Buchpaten hatten bereits zuvor Geld gegeben. 437 Euro wird die Restaurierung kosten. Im Sommer wird der Praetorius-Band wieder in der Bibliothek des Gleimhauses stehen und kann dann sogar benutzt werden.

Zur Auswahl stand den Schülern noch ein zweites Buch: ein Sammelband mit Schul- und Lehrtexten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Buch befand sich bis 1997 in Georgien. Dorthin wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg verbracht und erst Jahre nach der Wende restituiert und befindet sich noch immer in einem nicht nutzbaren Zustand. Nachdem sich die Schüler für den Praetorius-Band entschieden haben, hat Käko-Direktorin Regina Zimmermann die noch fehlenden 337 Euro für das Buch aus Georgien bezahlt.

Dass sich die Schüler den Notendruck ausgesucht haben, liege daran, dass alle fünf eine Beziehung zur Musik haben und in Musik-AGs der Schule aktiv sind, sagte Florian Wolter.

Michael Praetorius war einer der bedeutendsten Komponisten des frühen Barock. Er schuf zahlreiche weltliche und kirchliche Werke. Am bekanntesten dürfte das Weihnachtslied "Es ist ein Ros entsprungen" sein. Praetorius wirkte in der Harzregion. Gröningen, Ringelheim und zuletzt Wolfenbüttel sind einige seiner Stationen im nördlichen Harzvorland.