Die Harzer Verkehrsbetriebe in Zahlen
Im Bestand der Harzer Verkehrsbetriebe (HVB) befinden sich gegenwärtig 145 Busse, davon 45 auf Erdgasbasis. Das Unternehmen besitzt damit nach eigenen Angaben die größte Busflotte im Land.
Der Erdgas-Fuhrpark soll weiter ausgebaut werden. Dafür werden Mehrkosten von rund 40 000 Euro pro Erdgasbus (Stückpreis: 250 000 bis 260 000 Euro) in Kauf genommen. Jeder Bus mit Diesel- oder Gasantrieb bringt es im Schnitt auf eine jährliche Laufleistung von rund 60 000 Kilometern.
Die HVB unterhalten Betriebshöfe in Wernigerode, Halberstadt und Quedlinburg sowie in Harzgerode und Benneckenstein. Aktuell sind rund 200 Fahrer, davon 40 Frauen, angestellt. Im neuen Betriebshof Quedlinburg sind 63 Fahrer sowie acht Mechaniker beschäftigt.

Quedlinburg l Wer wollte, konnte sich in den vergangenen Tagen schon mal ordentlich nass machen und duschen lassen. Zumindest im übertragenen Sinne. Schließlich ist die Duschanlage eine im XXL-Format und baulich zugeschnitten für "Duschgäste" der Megaklasse: Bis zu 15 Meter lang, 2,50 Meter breit und gut drei Meter hoch - kurzum: Linienbusse.

Bei besagter Dusche handelt es sich um die Waschanlage und damit ein Herzstück im neuen Betriebshof der Harzer Verkehrsbetriebe (HVB) im Quedlinburger Gewerbegebiet Groß Orden. Am heutigen Nachmittag wollen HVB-Geschäftsführer Bjoern Smith, HVB-Aufsichtsratschef Dirk Michelmann und Landrat Martin Skiebe (CDU) das Depot einweihen. In den vergangenen Tagen stand hier nicht nur der Umzug im Mittelpunkt, sondern auch der Probelauf von technischen Komponenten - die Waschstraße eingeschlossen.

Mit dem Neubau konzentrieren sich die HVB im östlichen Bereich des Kreises an einem logistisch "optimalen Punkt", wie Geschäftsführer Smith betont: "Binnen drei Minuten bin ich von hier aus auf der B 6, der Ost-West-Hauptschlagader des Harzes."

Die logistische Konzentration lässt sich das Nahverkehrsunternehmen alles in allem gut vier Millionen Euro kosten, Fördermittel sind nach Smith` Worten nicht geflossen. Entstanden ist dafür ein schlichter Bau ohne Schnickschnack, aber mit den Schwerpunkten Zweckmäßigkeit und Effizienz, um optimal am Markt agieren zu können. Die Verkehrsanbindung ist für Smith nur ein Punkt. Die weiteren: In der großen Fahrzeughalle können bis zu 32 Busse wettergeschützt abgestellt werden. "Das macht die Tourenvorbereitung gerade im Winter einfacher", erklärt der 44-jährige Unternehmenschef. Weitere 18 Fahrzeuge finden auf dem Außengelände Platz.

Entscheidender Punkt ist für Smith jedoch die Investition in eine vollwertige Werkstatt. Mussten die Busse bislang zur Wartung in den Betriebshof Friedrichsbrunn oder nach Wernigerode rollen, können die Mechaniker nun hier anpacken. Neben einer Grube gebe es auch zwei Hebeanlagen, mit denen die tonnenschweren Fahrzeuge in jede beliebige Höhe gebracht werden können. Das, unterstreicht Smith, sei für die Monteure eine deutliche Verbesserung. "Sie können jetzt ebenerdig arbeiten und sich die Busse in optimale Höhe bringen."

Während Smith durch die Hallen führt, in denen eingeräumt und aufgebaut wird und letzte Installationsarbeiten erfolgen, testet Mechaniker Guido Gerke den Rollenprüfstand. Hier kann der Fuhrpark umfassend untersucht werden, Bremsen-, Lager- und Lenkungschecks eingeschlossen. "Das ist für uns eine super Erleichterung", bestätigt Gerke, der die Bedeutung des Prüfstandes einordnen kann. Busse müssten alle drei Monate zur Sonderprüfung und einmal pro Jahr zur Hauptuntersuchung, den viele salopp nur "TÜV" nennen.

Bjoern Smith sieht jedoch nicht nur diese Verbesserungen, sondern nennt weitere betriebswirtschaftliche Vorteile: Mittels eigener Tankanlage für Diesel und Erdgas könnten die HVB jetzt effektiver agieren. "Wir fahren künftig nicht mehr zur öffentlichen Tankstelle, sondern ordern Diesel und Heizöl direkt und kostengünstig am Energiemarkt."

 

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