Halberstadt (geg/dl/we) l Mit zahlreichen Protestaktionen reagieren Einwohner und Gruppierungen auf einen am Sonnabend geplanten rechten Aufmarsch in Halberstadt.

Das Bündnis friedliebender Menschen will sich von 11.30 bis 12.30 Uhr an der Ruine der Franzosenkirche in der Antoniusstraße in Halberstadt zu einer Mahnwache versammeln, wo unter anderem Oberbürgermeister Andreas Henke (Die Linke) als Schirmherr des Bürgerbündnisses, Superintendentin Angelika Zädow und Reiner Straubing vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DBG) das Wort ergreifen wollen. Alle Halberstädter seien aufgerufen, an dem friedlichen Protest gegen den "Trauermarsch" rechter Gruppierungen teilzunehmen, unterstreichen die Initiatoren. Zusätzlich zur Mahnwache hat der DGB eine Versammlung direkt an der Franzosenkirche angemeldet. Auch der Kirchenkreis Halberstadt beteiligt sich an den Protesten und will klar und deutlich Flagge zeigen: Um 14 Uhr wird zum Friedensgebet in den Halberstädter Dom eingeladen. Zum großen Domgeläut seien alle willkommen, die sich für ein friedliches Miteinander einsetzen und ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus setzen wollen. Dazu rufen unter anderem die Grünen und ihr Jugendverband, die Linksjugend, der DGB und das Bürgerbündnis auf.

Zusätzlich zur Franzosenkirche hat der DGB auch im Bereich des Hauptbahnhofs Infostände geplant.

Die "Rechte Harz" plant an diesem Tag einen Aufmarsch, der laut Kreisverwaltung gegen 13 Uhr am Hauptbahnhof starten soll. Die geplante Strecke ins Stadtzentrum soll unter anderem über Magdeburger Straße, Fischmarkt und Gerberstraße zur Franzosenkirche in der Antoniusstraße führen. Dort wollen die Rechten einen Kranz niederlegen. Angemeldet sei der nicht genehmigungspflichtige "Trauermarsch" mit maximal 500 Teilnehmern von 10 bis 22 Uhr, teilt die Kreisverwaltung mit. An der Franzosenkirche wollen die Veranstalter der Mahnwache solange ausharren, bis der Aufmarsch der Rechten vorüber ist.

Inwieweit es wegen des Aufmarschs zu Straßensperrungen kommt, ist laut Kreisverwaltung unklar. Die Entscheidungen darüber lägen in der Zuständigkeit der Polizei.