Halberstadt (je) l 400 Menschen haben sich am Sonnabendvormittag vor der Ruine der Franzosenkirche in Halberstadt versammelt, um gegen einen Aufmarsch der Neonazis zu demonstrieren. Aufgerufen hatte dazu das Bürgerbündnis für ein gewaltfreies Halberstadt. Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) erinnerte daran, dass die Zerstörung Halberstadts am 8. April 1945 "Folge der Nazi-Ideologie gewesen ist". "Wir wollen diese Leute hier nicht. Auf diese Art zu gedenken, da können wir drauf verzichten", rief Henke zum Protest gegen den Aufmarsch der Neonazis auf. Superintendentin Angelika Zödow: "Halberstadt muss eine Stadt der Vielfalt von Kulturen und Religionen bleiben." Rainer Neugebauer vom Bürgerbündnis: "Die Nachgeborenen sind für die Greueltaten der Nazis nicht verantwortlich. Wir müssen aber die Wahrheit über Krieg und Mord weitertragen."

Vom Hauptbahnhof Halberstadt aus zogen etwa 100 Neonazis unter Polizeischutz ins Stadtzentrum. Dort blockierten Demonstranten den Zug. Bis in die Nachmittagsstunden blieb es in Halberstadt friedlich, so ein Polizeisprecher.